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Written by: Marcel Kanz in 5. Dezember 2018

Zur „Bekleidung“ eines Pferdes sind sie fast nicht mehr wegzudenken: Bandagen, Gamaschen und Sprungglocken. Nahezu jedes Sportpferd trägt sie, aber auch im Freizeitbereich sieht man sie häufig. Wozu aber dient das „Beinkleid“ bei unseren vierbeinigen Sportpartnern?

Bandagen

Bandagen gibt es in allen Farben und zahlreichen Materialien. Sehr beliebt sind heutzutage die Polarfleecebandagen. Schön kuschelig weich und einfach anzulegen. Außerdem in Farben, die einem manchmal die Tränen in die Augen treiben. 🙂 Man legt sie an zum Training, beim Springen auch im Wettkampf (in der Dressur sind sie in der Prüfung nicht erlaubt) und natürlich in der Siegerehrung. Sieht schick aus! Am besten in weiß und in Kombination mit weißen Sprungglocken, das hat was! Auch bei Showvorführungen, Hengstpräsentationen usw. werden gerne weiße Beinkleider angelegt.

Vorsichtig sein sollte man mit Stretchbandagen. Diese sind sehr elastisch und werden leicht zu fest angelegt. Man sollte diese auch niemals ohne eine polsternde Unterlage verwenden, da man dem Pferd bei unsachgemäßem Anlegen leicht schmerzhafte Druckstellen zufügen kann und sogar Durchblutungsstörungen die Folge sein können. Und die landläufige Ansicht, daß man mit Bandagen die Sehnen stützen kann sollte inzwischen bei jedem als überholt angekommen sein. Bandagen dienen lediglich in geringem Maß zum Schutz vor Anschlagen, dürften aber ansonsten mehr in die Kategorie „Zierrat“ fallen.

Gamaschen

Gamaschen gibt es für vorne und hinten, in Hartschale, Neopren, Kunststoff usw. Mit einfachem oder doppeltem Klettverschluß, mit Steckverschluß oder Riemchen. Auch hier gilt: vor einem Beinbruch oder einer Sehnenverletzung schützen sie nur bedingt. Gamaschen sind allerdings etwas stabiler und dicker als Bandagen und bieten dadurch einen etwas stärkeren Schutz vor äußeren Verletzungen durch Anschlagen, bei Stürzen usw. Auch hier bietet der Markt an Ausführungen alles, was das Reiterherz begehrt. Besonders beliebt bei Dressurreitern sind die Modelle mit Bling-Bling, also mit Straßsteinchen oder Lack! 🙂

Sieht ja auch schön aus! Auch gern genommen werden die mit Fell ausgekleideten Modelle.
Es gibt einfache Modelle, die lediglich das Röhrbein des Pferdes schützen oder sogenannte Fesselkopfgamaschen, die auch den Fesselkopf mit einschließen oder sogar solche, an die eine Hufglocke mit angeschlossen ist, welche vor Ballentritten oder Fesselverletzungen schützen sollen. Diese sind besonders sinnvoll bei Pferden, die auf der Weide oder dem Paddock dazu neigen, die wilde Sau rauszulassen, da sie einen gewissen Schutz gegen Verletzungen durch Anschlagen mit den eigenen Beinen solcher Weideakrobaten bieten.

Stallbandagen oder -gamaschen

Bei Sportpferden ist es eine weit verbreitete Masche, die Pferde auch in der Box mit Bandagen oder Gamaschen zu versehen, die die Beine vor was auch immer schützen sollen. Bei Pferden, die zu starker Gallenbildung neigen, zum Schutz bei bestehenden Verletzungen oder Überbeinen oder bei Pferden, die in der Box viel Rambazamba machen, mag das noch einen gewissen Sinn haben, aber bei einem gesunden Pferd halte ich diese Maßnahme in der Regel für überflüssig.

Transportgamaschen

Wie der Name schon sagt, werden diese angelegt, wenn das Pferd von A nach B transportiert werden muß. Transportgamaschen sind immer eine sinnvolle Maßnahme, wenn ein Pferd fährt (:) ), da es immer mal zu unerwarteten Rumplern durch Bremsen, Kurven o. ä. kommen kann und das Pferd nicht schnell genug reagiert und sich ausbalanciert und sich dadurch an den Hängerwänden oder mit den eigenen Beinen anschlagen kann. Auch junge, noch unerfahrene Pferde kommen schnell mal aus dem Gleichgewicht und hauen sich die Haxen an. Transportgamaschen sind in der Regel sehr groß, gehen also über Sprunggelenk und Huf, werden meist mit Klettverschlüssen fixiert und sich aus stabilem, weichem und gut gepolstertem Material. Auch Hartschalengamaschen gibt es, die sind allerdings sehr steif und ähneln mehr einem Gipsverband als einer Gamasche und sind daher Geschmacksache.

Sprungglocken

Sprungglocken gibt es ebenfalls in verschiedenen Materialien und Ausführungen. Von Neopren über Gummi, mit Klett- oder Steckverschluß. Für Reiter, die auch schon mal im Dunkeln mit ihren Pferden unterwegs sind gibt es Glocken mit Reflektionsstreifen. Es gibt sie in hart oder weich, wasserabweisend, mit Fell und natürlich auch mit Bling-Bling und Lack.
Sie bieten einen bedingten Schutz vor Ballentritten, werden aber auch gerne einfach als schickes Accessoire angelegt.

Es gibt aber auch Pferde, die laufen ihr ganzes langes Pferdeleben lang ohne jeglichen Beinschutz über Stock und Stein und überleben es trotzdem :).

In diesem Sinne – viel Spaß beim Reiten!

Ein Bericht von Birgit Kanz

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