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Written by: Marcel Kanz on 17. Dezember 2018

Welche Fragen muss ich mir als Käufer stellen?

Die Antwort könnte auch lauten:

1000!

Aber eigentlich geht es objektiv nur um eine Handvoll, die wirklich wichtig sind, und diese möchte ich kurz umreissen. Auf Wunsch kann ich in weiteren Beiträgen auf die Einzelnen eingehen, aber hier gilt es erstmal, diese aufzulisten.

Preis/Budget

 

Natürlich -> Jedem ist klar, dass am Ende einer Pferd-Reiter-Beziehung die laufenden Kosten meist deutlich höher sind als die Anschaffungskosten, aber dennoch haben die meisten Kunden immer ein gewisses Budget für den Pferdekauf. Zu beachten dabei ist, dass man einen kleinen Puffer braucht, da -je nach Verhandlung- auch Kosten für den Tüv, den Transport und das Erst-Equipment anfallen.

Ziele

 

Was will ich?

Wenn ich ein Pferd suche, mit dem ich mal erfolgreich S-Dressur gehen will, muss ich ein Pferd suchen, dass auch die Qualität dafür hat oder zumindest erkennen lässt.

Hier findet sich oft ein direkter Zusammenhang zum Budget. Bleiben wir beim Beispiel S-Dressur: hier geht es oft um viel Geld. Wer nicht den grossen Geldbeutel mitbringt um sich ein fertiges, platziertes und talentiertes 8jähriges S-Pferd zu kaufen, muss sehen, ob er entweder ein günstigeres jüngeres kauft mit dem Potential dazu, dass er dann selbst ausbildet, oder alternativ ein schon älteres, womöglich auch mit gesundheitlichen Einschränkungen, mit denen man aber leben kann.

Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass man seine Ziele für sich selbst realistisch einschätzt und dann ein entsprechendes Anforderungsprofil entwickelt.

Gesundheit

 

Kein Pferd ist perfekt.

Vielleicht erschrecke ich jetzt, aber aus der Erfahrung heraus sage ich, dass ca 3 von 5 Pferden zum Beispiel irgendeinen Chip haben. Jeder will beim Pferdekauf das gesundheitliche Risiko so klein wie möglich halten, aber ausschliessen lässt es sich nicht. Wir reden über Lebewesen! In den allerwenigsten Fällen stört zum Beispiel ein Chip mal, und wenn doch, lässt er sich meist recht gut operativ entfernen!

Oder nehmen wir Rückenbilder: viel mehr Pferde haben Wirbel-Engstände, als früher mal angenommen. Statistisch gesehen ist es damit nichts -wie früher vermutet- „gravierendes“ mehr, sondern eher „Norm„. Hat man beim Probereiten ein gutes Gefühl und ist gewährleistet, dass man korrekt reitet, werden solche Engstände wohl nie auch ein Problem werden. Wichtig ist einfach, dass man mit dem Tierarzt gut kommuniziert. Ein perfektes Pferd gibt es nicht, aber man braucht das Pferd, wo man abschätzen kann, dass die diversen Auffälligkeiten vertretbar sind.

Beim alten Röntgenleitfaden wurde ich bei einer Benotung von 2-3 oft gefragt, warum das Pferd krank sei?! Fakt ist aber, dass ca 75% aller Tüvs 2-3 haben, weil das einfach „normal“ ist. Auch gilt es nicht vergessen, dass sich die Gesamtnote am schlechtesten Bild orientiert!

Wenn alle Röntgenbilder Note 1 haben, aber nur 1 Bild die Note 3 -und das ist noch ein Befund, der wohl nie ein Problem werden wird……dann ist der ganze Tüv nur 3!

Harmonie/Chemie

 

Es muss passen!

Optisch, charakterlich und unter dem Sattel! Ich muss ein Pferd mögen. Wenn ich in den Stall komme, will ich ein Pferd sehen, das mir gefällt. Und ein Pferd, bei dem ich sehe, dass es sich freut, wenn es mich sieht! Und ich muss es reiten mögen, können und wollen! Alles andere macht gar keinen Sinn. Wichtig dabei ist aber, dass nicht immer der Ist-Zustand beim ausprobieren das Entscheidungskriterium sein sollte, sondern das Bauchgefühl kombiniert mit Erfahrung, ob das zu Hause zusammenwachsen und gut werden kann!

Written by: Marcel Kanz on 13. Dezember 2018

Kauf nach dem ersten Termin

Um das Thema zu bearbeiten, müssen wir erstmal die Kunden ausklammern, die geographisch gar nicht in der Lage sind, ein Pferd mehr als einmal Probe zu reiten. Hier rede ich speziell über Kunden aus dem weiteren Ausland wie USA oder Asien. Diese kommen oft nach Europa, haben einen strammen Tour geplanz geplant, so dass sie möglichst viele Pferde in verschiedenen Ställen ausprobieren können. Dann fliegen die meist zurück und entscheiden zu Hause, wer es werden soll. So gut wie noch nie hat jemand hier für einen zweiten Termin nochmal ein Flugzeug bestiegen. Da fällt die Entscheidung immer mit dem einmaligen Termin.

Oftmals werden Pferde auch bei deutschen Kunden nach dem ersten Probe reiten gekauft.

Da spricht grundsätzlich auch nichts dagegen!

Dies ist oft dann der Fall, wenn die Kunden „bessere“ Reiter bzw Profis sind. Da reicht ein erstes Reiten, um sich eine Meinung zu bilden. Aber auch der Amateur findet oft schon beim ersten reiten das optimale Gefühl, der Funke springt über, das Herz ist erobert und er findet genau das Pferd, das er gesucht hat.

Mehrfaches Probe reiten

Reden wir über die Masse der Kunden, also die, die in der Lage sind, mindestens zweimal ein Pferd auszuprobieren.

Da wir einen Verkaufsstall mit immer so zwischen 15 und 20 Verkaufspferden haben, bekommen die meisten Kunden bei uns mehrere Pferde vorgestellt. Wir gehen erst mit den Kunden durch den Stall und schauen, ob ein Pferd evtl. schon optisch oder aufgrund der Grösse ausscheidet. Dann setzen wir die Kunden in die Halle oder an den Platz und stellen ein Pferd nach dem anderen mit unseren Bereitern vor. Kommt ein Pferd nicht in Frage, wird es wieder in den Stall zurückgeschickt.Ist ein Pferd interessant für den Kunden, setzt sich dieser drauf und reitet das Pferd.

Nun liegt es am Kunden, zu entscheiden, ob bei diesen Pferden eines oder gar mehrere in Frage kommen. Dann wird ein zweiter Termin gemacht, der in meinen Augen der viel wichtigere ist. Hier legen wir den Kunden immer nahe, die ausgewählten Kandidaten von Beginn an zu begleiten. Also von dem Moment an, wo das Pferd aus der Box geholt wird, um es zum reiten fertig zu machen. Also genau das, was die Kunden später auch machen müssen, wenn sie ein eigenes Pferd zu Hause haben! Gleiches gilt für das reiten: direkt drauf!

Jetzt sieht das oftmals schon ganz anders aus, als wenn man -wie beim ersten Termin- das Pferd abgeritten bekommen hat. Vom ersten Schritt bis zum Ende soll der Kunde „sein“ Pferd selbst reiten. Es passiert jetzt nicht nur, dass das oft schlechter geht als beim ersten Termin, sondern sehr oft sogar klappt das viel besser! Der Reiter nimmt sich mehr Zeit, er kann sich auf das Pferd einstellen, aber das Pferd kann sich auch auf den Reiter einstellen!

Das muss man nun beobachten. Ich rate den Kunden immer, zu reflektieren, was genau bei diesem zweiten Termin passiert ist. Es muss nicht alles klappen, klappt es zu Hause auch nie. Aber es muss BESSER werden! Reitet ein Kunde ein Verkaufspferd von Anfang an alleine und es ist am Ende des Termins schlechter als zu Beginn, gebe ich selten bis nie eine gute Prognose.

Mir ist es viel lieber, es beginnt gar nicht so gut aber Runde um Runde wird es besser, Reiter und Pferd finden zusammen, man erkennt, dass die sich zusammenraufen, aufeinander einlassen und die Chemie eigentlich stimmt!

Dann ist meine Prognose eigentlich auch immer gut!

Written by: Marcel Kanz on 5. Dezember 2018

Zur „Bekleidung“ eines Pferdes sind sie fast nicht mehr wegzudenken: Bandagen, Gamaschen und Sprungglocken. Nahezu jedes Sportpferd trägt sie, aber auch im Freizeitbereich sieht man sie häufig. Wozu aber dient das „Beinkleid“ bei unseren vierbeinigen Sportpartnern?

Bandagen

Bandagen gibt es in allen Farben und zahlreichen Materialien. Sehr beliebt sind heutzutage die Polarfleecebandagen. Schön kuschelig weich und einfach anzulegen. Außerdem in Farben, die einem manchmal die Tränen in die Augen treiben. 🙂 Man legt sie an zum Training, beim Springen auch im Wettkampf (in der Dressur sind sie in der Prüfung nicht erlaubt) und natürlich in der Siegerehrung. Sieht schick aus! Am besten in weiß und in Kombination mit weißen Sprungglocken, das hat was! Auch bei Showvorführungen, Hengstpräsentationen usw. werden gerne weiße Beinkleider angelegt.

Vorsichtig sein sollte man mit Stretchbandagen. Diese sind sehr elastisch und werden leicht zu fest angelegt. Man sollte diese auch niemals ohne eine polsternde Unterlage verwenden, da man dem Pferd bei unsachgemäßem Anlegen leicht schmerzhafte Druckstellen zufügen kann und sogar Durchblutungsstörungen die Folge sein können. Und die landläufige Ansicht, daß man mit Bandagen die Sehnen stützen kann sollte inzwischen bei jedem als überholt angekommen sein. Bandagen dienen lediglich in geringem Maß zum Schutz vor Anschlagen, dürften aber ansonsten mehr in die Kategorie „Zierrat“ fallen.

Gamaschen

Gamaschen gibt es für vorne und hinten, in Hartschale, Neopren, Kunststoff usw. Mit einfachem oder doppeltem Klettverschluß, mit Steckverschluß oder Riemchen. Auch hier gilt: vor einem Beinbruch oder einer Sehnenverletzung schützen sie nur bedingt. Gamaschen sind allerdings etwas stabiler und dicker als Bandagen und bieten dadurch einen etwas stärkeren Schutz vor äußeren Verletzungen durch Anschlagen, bei Stürzen usw. Auch hier bietet der Markt an Ausführungen alles, was das Reiterherz begehrt. Besonders beliebt bei Dressurreitern sind die Modelle mit Bling-Bling, also mit Straßsteinchen oder Lack! 🙂

Sieht ja auch schön aus! Auch gern genommen werden die mit Fell ausgekleideten Modelle.
Es gibt einfache Modelle, die lediglich das Röhrbein des Pferdes schützen oder sogenannte Fesselkopfgamaschen, die auch den Fesselkopf mit einschließen oder sogar solche, an die eine Hufglocke mit angeschlossen ist, welche vor Ballentritten oder Fesselverletzungen schützen sollen. Diese sind besonders sinnvoll bei Pferden, die auf der Weide oder dem Paddock dazu neigen, die wilde Sau rauszulassen, da sie einen gewissen Schutz gegen Verletzungen durch Anschlagen mit den eigenen Beinen solcher Weideakrobaten bieten.

Stallbandagen oder -gamaschen

Bei Sportpferden ist es eine weit verbreitete Masche, die Pferde auch in der Box mit Bandagen oder Gamaschen zu versehen, die die Beine vor was auch immer schützen sollen. Bei Pferden, die zu starker Gallenbildung neigen, zum Schutz bei bestehenden Verletzungen oder Überbeinen oder bei Pferden, die in der Box viel Rambazamba machen, mag das noch einen gewissen Sinn haben, aber bei einem gesunden Pferd halte ich diese Maßnahme in der Regel für überflüssig.

Transportgamaschen

Wie der Name schon sagt, werden diese angelegt, wenn das Pferd von A nach B transportiert werden muß. Transportgamaschen sind immer eine sinnvolle Maßnahme, wenn ein Pferd fährt (:) ), da es immer mal zu unerwarteten Rumplern durch Bremsen, Kurven o. ä. kommen kann und das Pferd nicht schnell genug reagiert und sich ausbalanciert und sich dadurch an den Hängerwänden oder mit den eigenen Beinen anschlagen kann. Auch junge, noch unerfahrene Pferde kommen schnell mal aus dem Gleichgewicht und hauen sich die Haxen an. Transportgamaschen sind in der Regel sehr groß, gehen also über Sprunggelenk und Huf, werden meist mit Klettverschlüssen fixiert und sich aus stabilem, weichem und gut gepolstertem Material. Auch Hartschalengamaschen gibt es, die sind allerdings sehr steif und ähneln mehr einem Gipsverband als einer Gamasche und sind daher Geschmacksache.

Sprungglocken

Sprungglocken gibt es ebenfalls in verschiedenen Materialien und Ausführungen. Von Neopren über Gummi, mit Klett- oder Steckverschluß. Für Reiter, die auch schon mal im Dunkeln mit ihren Pferden unterwegs sind gibt es Glocken mit Reflektionsstreifen. Es gibt sie in hart oder weich, wasserabweisend, mit Fell und natürlich auch mit Bling-Bling und Lack.
Sie bieten einen bedingten Schutz vor Ballentritten, werden aber auch gerne einfach als schickes Accessoire angelegt.

Es gibt aber auch Pferde, die laufen ihr ganzes langes Pferdeleben lang ohne jeglichen Beinschutz über Stock und Stein und überleben es trotzdem :).

In diesem Sinne – viel Spaß beim Reiten!

Ein Bericht von Birgit Kanz

Written by: Marcel Kanz on 26. November 2018

Ein Gastbeitrag von Daniela Weber, Pferdeosteopathie

Winter is Coming – It´s Check up – Time

„Zack“ ist der Herbst da, und der Winter rollt mit riesigen Schritten auf uns zu.

Jetzt ist die Zeit gekommen, wo oft etwas mehr Ruhe und Zeit einkehrt.

Die Turniersaison ist (fast) vorbei  und auch für den Freizeitreiter bedeutet der Winter eine Umstellung.

Ich finde, jetzt ist die optimale Zeit, seine jährlichen Check-Up´s anzugehen.

Hierzu gehört die alljährliche Zahnkontrolle beim Pferd. Für die gesamte Balance und Leistungsfähigkeit des Pferdes ist eine perfekte Kiefer-/Zahnverbindung notwendig, z.B. kann eine Fehlstellung des Gebisses oder Kiefergelenkes die Bewegung des Zungenbeins behindern. Daraus können Verspannungen in der verbindenden Muskulatur entstehen.

Weiterführend kommt es zu Rittigkeitsproblemen. Um unnötige Belastungen für den Bewegungsapparat zu vermeiden, sollten mindestens einmal im Jahr die Zähne vom Tierarzt kontrolliert werden.

Ebenso gehört zum Check-Up auch die Sattelkontrolle. Der Reiter sollte regelmäßig seinen Sattel und den Rücken seines Pferdes kontrollieren und beobachten. Hat der Reiter das Gefühl, dass die Rückenmuskulatur und die Widerristmuskulatur abbaut, ist es höchste Zeit, den Sattler zu rufen. Auch wenn das Pferd während dem Satteln unruhig wird oder die Ohren anlegt etc., sollte der Sattel schnellstens geprüft werden. Um Probleme zu vermeiden, sollte der Sattel grundsätzlich einmal im Jahr von einem Sattler kontrolliert werden, bei jungen Pferden im Wachstum oder Pferden im Aufbautraining auch zweimal im Jahr.

Die Kontrolle der Trensengebisse sollte quasi täglich beim Trensen erfolgen! Gibt es scharfe Kanten oder ist es ausgeschlagen, sollte ein neues Gebiss herbei.

Sofern keine Probleme bestehen, ist zur Vorbeugung ein jährlicher Check-Up durch den Pferdeosteopathen sinnvoll. Kleinere Probleme / Baustellen schleichen sich oft unbemerkt ein, je früher man diese bemerkt und behebt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Chronifizierung und von Spätfolgen. Oft werde ich nach der osteopathischen Behandlung vom Pferdebesitzer gefragt: „Was kann ich tun, damit das Problem besser wird oder nicht mehr auftritt?“

Wenn die jährlichen Check-Up´s  wie Zahnkontrolle und Sattelkontrolle erfolgt sind und gegebenenfalls Probleme behoben wurden, spielt neben der optimalen Haltung und Fütterung die Muskulatur, Balance und Koordination des Pferdes eine große Rolle bei der Gesunderhaltung.

Sicher hat jeder Reiter schon einmal von der natürlichen Schiefe des Pferdes gehört. Die natürliche Schiefe ist von Geburt an vorhanden. Ein Pferd ohne Reiter, ohne Leistung in freier Natur, kommt gut mit dieser Schiefe zurecht. Aber sobald wir das Pferd reiten wollen oder Leistung in irgendeiner Form verlangen, müssen wir das Pferd gymnastizieren und gerade richten. Um unsere Pferde gesunderhaltend zu reiten, ist die Ausbildungsskala eine wichtige Stütze. Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung legen den Grundstein für jedes gut zu reitende Pferd.

Völlig unabhängig von der Reitdisziplin, ob Turnierreiter oder ambitionierter Freizeitreiter, ob reiner Geländereiter oder Fahrer, ob täglich geritten wird oder nur zweimal die Woche ins Gelände geritten wird, sobald wir von unserem Pferd Leistung verlangen, sind wir verpflichtet, unser Pferd nach dem Prinzip  der Ausbildungsskala auszubilden oder ausbilden zu lassen, um die Muskulatur zu trainieren, die Balance und Koordination zu fördern, und um das Pferd gerade zu richten. So erhalten wir unser Pferd gesund und können gemeinsam mit dem Pferd lange unser Hobby genießen.

Dies kann man natürlich reiterlich erreichen, aber genauso gibt es die Möglichkeit, dies auch vom Boden aus zu erreichen. Eine Möglichkeit hier ist die Equikinetic®.

Equikinetic® – Pferde effektiv longieren und trainieren

Equikinetic® ist ein intensives, reitweise übergreifendes Training, welches von jedem anwendbar ist. Es ist ein Intervalltraining, d.h. es ist eine Trainingsmethode, die durch abwechselnde Belastungs- und Erholungsphasen gekennzeichnet ist. Dadurch wird ein Trainingsreiz gesetzt. Diese Methode wird im Humansport schon lange eingesetzt.

In der Equikinetic® werden die Pferde in einer exakt vorgegebenen Quadratvolte in Dauerinnenstellung und Biegung, mit regelmäßigen, häufigen Handwechseln im Zeitintervall gearbeitet. Die Quadratvolte bietet dem Pferd einen vorgegebenen Weg. Dies ermöglicht eine korrekte  Laufanatomie und fördert die Geraderichtung.

Die blau/gelben Gassen  der Quadratvolte bieten dem Pferd einen Rahmen. Es kompensiert seine natürliche Schiefe nicht mehr durch das Ausscheren der Hinterhand, indem es auf die innere Schulter fällt. Genauso kann es auf der anderen Seite nicht mehr über die äußere Schulter weglaufen. Um „gerade“ um die Kurve zu kommen, muss das Pferd die Last auf  das innere Hinterbein nehmen und die Vorhand mit korrekter Stellung auf die Kreislinie eingestellt sein. Dies führt zur Aktivierung der Hinterhand.

Blau/Gelb sind übrigens die Farben, die Pferde erkennen. Pferde sind sogenannte  „Dichromaten“, d.h. sie sehen alles in Grauschattierungen, außer Blau und Gelb. Diese Farben können sie als Farben erkennen. Dieser Farbreiz hilft dem Pferd zusätzlich, da das Gehirn vermehrt aktiviert wird.

Diese Arbeit in der Quadratvolte findet ausschließlich im Schritt und Trab statt, nach einem festgelegten Plan  und am Kappzaum, da so das Genick des Pferdes am besten gestellt werden kann. Dies mit Gebiss zu machen, wäre hier absolut fehlerhaft und kontraproduktiv. Im Schritt wird über dem sogenannten  Komforttempo gearbeitet und im Trab unter dem Komforttempo.

Hier gilt Takt vor Tempo.

Wie schon erwähnt, findet das Training im Intervall statt, in einem vorgegebenen, festgelegten Zeitintervall. Zu Anfang beginnt man mit 8 Arbeitsphasen, mit je 1 Minute Belastung und 30 Sek. Erholung. Dieses wird je nach Pferd und Trainingszustand dann vorgegeben gesteigert. Gesteigert wird bis zu 16 Einheiten mit je 90 Sek., wann in die nächste Stufe gewechselt wird, hängt vom Pferd ab. Wichtig ist auch hier, unbedingt die Pause zu erwähnen. In der Pause  wächst der Muskel, viele Reiter, die viel trainieren, haben manchmal das Problem, dass die Pferde trotz Training  keine Muskulatur aufbauen und sogar abbauen. Oft liegt es an der fehlenden Pause.

Mit dem Training werden Wachstumsreize gesetzt, da wir von der Muskulatur ungewohnte Arbeit verlangen. Wir müssen der Muskulatur Zeit lassen, damit sie sich erholen, wachsen und sich auf die nächste Belastung vorbereiten kann. Durch die ungewohnte Belastung entstehen kleine Muskelfaserrisse. Der Körper braucht  48 Stunden, um diese zu reparieren. Um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen, bereitet sich der Muskel auf eine erneute Belastung vor und wächst. Deshalb ist die Pausenzeit so wichtig.

Daher sollte die Pause nach einem Training  48 Stunden sein. Diese Pause  könnte so aussehen, dass  Ihr Pferd nur einen Weidetag hat  oder dass sie eine gemütliche Runde ins Gelände reiten, an der Hand spazieren gehen, etc.

Wichtig ist während des Trainings auf Anzeichen der Überforderung zu achten. Equikinetic® ist nicht zu unterschätzen. Die ständige Konzentration und unter Spannung die Muskulatur zu arbeiten, fordert das Pferd ungemein. Anzeichen der Überforderung können sein:  das Pferd verwirft sich, läuft mit der Nase im Sand, stolpert häufig, etc. Bei diesem Zeichen sollte man die Einheit beenden. Zu Anfang kann das Pferd  auch Muskelkater bekommen.

Equikinetic® ist für jedes Pferd sinnvoll. Für das junge  ungerittene Pferd, um Muskulatur aufzubauen, um es so auf das Reiten vorzubereiten. Für das Rehapferd, welches dringend Muskulatur benötigt, um vollständig zu genesen. Alte Pferde werden geistig und körperlich fit gehalten. Sportpferde profitieren genauso wie das Freizeitpferd, womit  wir wieder bei der Ausbildungsskala wären:

Abwechslungsreiches Training motiviert das Pferd.

Ich könnte noch seitenweise über die Equikinetic® schreiben. Aber ich hoffe, ich konnte Ihnen die Vorteile dieses Trainings etwas näher bringen. Außerdem ergänzt es wundervoll die Winterarbeit und kann neben dem eigentlichen Training hervorragend für Abwechslung sorgen. Vergessen sie nur nicht die Pausen.

Haben Sie Fragen, sprechen Sie mich gerne an!

Written by: Marcel Kanz on 12. November 2018

Pferde eindecken – Ja? Nein? Vielleicht? Und Womit?

 

Der Sommer ist vorbei, die Tage werden kürzer, das Wetter (leider) schlechter. Kälte und Nässe halten Einzug und wir holen unsere warmen Winterjacken aus dem Kleiderschrank.

Aber wie halten wir es mit unseren Pferden? Müssen sie auch einen warmen „Wintermantel“ anbekommen oder reicht das natürliche Fell?

Eine allgemeingültige Antwort hierzu gibt es nicht! Es kommt immer auf die Umstände an:

– Hat das Pferd ein von Natur aus sehr kurzes, dünnes Fell?

– Zählt das Pferd eher zur Kategorie „Plüschtier„?

– Steht das Pferd im warmen Stall, Offenstall oder sogar ganzjährig im Freien?

– Wird das Pferd geschoren?

– Wird das Pferd so gearbeitet, daß es schwitzt?

– Werden nur gemütliche Ausritte im Winter gemacht?

Auch diese Fragen kann man nicht pauschal beantworten. Man muß immer die individuellen Gegebenheiten mit berücksichtigen.

Unterbringung, Rasse, Fellzustand, Arbeitspensum usw.

Das Plüschtier

 

Ein zur Kategorie „Plüschtier“ zählendes Pferd, das im Offenstall steht und nur zu gemütlichen Ausritten in den Wintermonaten eingesetzt wird, wird man nicht eindecken müssen. Das Pferd wird durch sein natürliches, dichtes Fell genügend vor Kälte und Nässe geschützt. Die natürliche Temperaturregulation funktioniert bei Pferden hervorragend, weshalb Pferde viel unempfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen, aber vor allem gegen niedrigere Temperaturen sind als wir „Weicheier“. 🙂 Auch sollte man ein solches Pferd im Winter nicht übermäßig putzen, um nicht die natürliche Fettschicht, die ebenfalls vor Kälte und Nässe schützt zu entfernen.

Lieber dreckig als kalt ist hier die Devise!

Marke Vollblut

Selten gibt es Pferde, die ganzjährig im Offenstall oder draußen gehalten werden, die trotz der ständigen Temperaturreize kein wirklich dichtes Winterfell entwickeln. Mit trockener Kälte werden auch solche Exemplare gut zurechtkommen, aber wenn sie häufiger Nässe ausgesetzt sind und nicht die generelle Möglichkeit haben, sich dann unterzustellen, können diese Pferde schon mal frieren, da das Fell die Nässe nicht komplett abwehren kann. Solchen Pferden kann man dann mit einer dünnen, ungefütterten Regendecke das Leben erleichtern. Diese Decken halten nicht warm, verhindern aber eine Durchnässung, was Pferde genauso wenig mögen wie wir.

Scheren: Ja oder Nein

Will man sein Pferd auch im Winter sportlich einsetzen und regelmäßig so trainieren, daß es zum Schwitzen kommt gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein Pferd, das in einem „warmen“ Stall steht und nicht zu einem teddyartigen Fell neigt, kann man z. B. mit einer dünnen Stall- oder Übergangsdecke ohne oder mit wenig Futter eindecken, damit das Fell dünn bleibt und das Pferd in der Arbeit nicht übermäßig schwitzt. Neigt das Pferd trotz warmem Stall dazu sich auf die nächste Eiszeit vorzubereiten und ein Fell Marke „Grizzly“ auszubilden ist die vernünftigste Lösung das teilweise oder komplette Scheren des Pferdes. Es ist nämlich auch nicht gesund, ein Pferd mit dickem Pelz naß zu reiten und es damit ständig zu überhitzen. Das wäre, wie wenn wir mit dickem Wintermantel Sport treiben würden. Abgesehen davon, daß man ein dickes,  nasses Fell nur sehr langsam wieder trocken bekommt.

Welche Decke ist die Richtige?

Ein geschorenes Pferd muß eingedeckt werden, da der natürliche Kälteschutz in Form des Felles bei ihm entfernt wurde. Hier gibt der Markt alles her, was das Herz begehrt. Gefütterte und ungefütterte Decken in allen Dicken, Materialien und Ausführungen. Outdoordecken, Stalldecken, wasserdicht, atmungsaktiv und so weiter und so fort.

Die Stalldecke

Aber auch ein geschorenes Pferd sollte man mit Vernunft eindecken. Einem Pferd, das in einem Stall steht, der deutlich wärmer als die Außentemperatur ist, kann man mit einer dicken gefütterten Decke keinen Gefallen tun. Steht es aber in einem kalten Stall oder gar in einem gut belüfteten Offenstall oder einer Paddockbox, ist bei einem geschorenen Pferd eine etwas dickere, wärmere Decke womöglich gut angebracht. Hat das Pferd Zugang ins Freie sollte diese auch wasserdicht oder wenigsten stark wasserabweisend sein. Immer ist zu kontrollieren, ob diese Wasserdichtigkeit auch wirklich gegeben ist, denn es gibt nichts Schlimmeres, als mit einer durchnässten Decke in der Kälte zu stehen.

Die Abschwitzdecke

Zum Schluß müssen wir noch über Abschwitzdecken reden. Diese gibt es ebenfalls in den unterschiedlichsten Materialien und Ausführungen und sind generell eine gute Sache.

Egal, ob Plüschtier, Marke Vollblut oder geschoren: hat ein Pferd geschwitzt sollte man es bei kalten Außentemperaturen nicht einfach so in den Stall stellen. Komplettes Trockenreiten scheitert häufig an der dafür anzusetzenden Zeit. Ein Solarium, das den Trocknungsvorgang beschleunigt steht auch nicht überall zur Verfügung. Daher ist eine Abschwitzdecke hier eine sinnvolle und zeitsparende Variante, um den vierbeinigen Partner wieder trocken zu bekommen. Sie sollte auf jeden Fall eine gute Abschwitzfunktion haben, das heißt, die aufgenommene Feuchtigkeit soll zügig an die Oberfläche transportiert werden, wo sie dann verdunsten kann. Mit Hilfe solcher Decken sind die Pferde in relativ kurzer Zeit wieder trocken und können dann entweder „nackt“ oder mit ihren üblichen Stalldecken wieder in ihre Unterkunft entlassen werden.

Wer die Möglichkeit hat, sein verschwitztes Pferd nach dem Reiten in trockenem Sand wälzen zu lassen, beschleunigt diesen Trocknungsvorgang damit noch zusätzlich, da der Sand eine Menge Feuchtigkeit aufnimmt, der dann durch Schütteln aus dem Fell des Pferdes entfernt wird.

Und noch was Kluges zum Schluß!

Für alle Decken gilt eine gemeinsame Regelung: immer nur soviel wie nötig!

Das heißt: ein Pferd ist kein Mensch, der es gern kuschelig warm hat. Häufig sieht man gerade bei Sportpferden das übertriebene Eindecken mit zwei oder gar mehreren Decken. Die Haut kann dann nicht mehr atmen, egal wie atmungsaktiv die Decken sein mögen. Die Pferde schwitzen häufig unter ihren Deckenstapeln, was sie sicher nicht als angenehm empfinden. Deshalb immer darauf achten, daß die Pferde unter der Decke trocken sind und die Decke lediglich als Ersatz für fehlendes Fell oder als Schutz vor Nässe anzusehen ist.

In diesem Sinne: einen fröhlichen Winter!

Written by: Marcel Kanz on 2. November 2018

Aktuell gibt es die großartige Chance mit Findyourhorse eine Erstausstattung für das eigene Pferd zu gewinnen. Das Gewinnspiel läuft vom 04.11.2018 bis 11.11.2018 auf dem Instagram Kanal „Lia &Alfi“ (<- Klick) der Bloggerin Lia Julie Beckmann.

Der Gewinn ist ein tolles Set, dass in der vom Gewinner gewünschten Größe geliefert wird, bestehend aus:

1x Abschwitzdecke von Lauria Garrelli

1x Schabracke von Lauria Garrelli

1x Halfter von Lauria Garrelli

1x Strick von Lauria Garelli

1x Bandagenset von Lauria Garrelli

1x Transportgamaschen von HKM

 

Wir danken an dieser Stelle HKM Sports Equipment für die großzügige Unterstützung!

Die Teilnahmebedingungen finden sich unter dem folgenden Posting: -> Klick

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück und drücken die Daumen!

Written by: Marcel Kanz on 29. Oktober 2018

Mein Pferd bockt – was tun?
Wer kennt es nicht und wer fürchtet es nicht?
Ein bockendes Pferd.

Ursachen & Anlässe

Ursachen gibt es viele – von medizinischen Gründen, Widersetzlichkeit und falschem Equipment über Frechheit oder simples Erschrecken.
Handelt es sich um regelmäßiges Bocken, hat es auf jeden Fall Priorität, die Ursache ausfindig zu machen, gerade, wenn es eventuell einen medizinischen Grund hat.
Daraufhin sollte sich der Reiter logisch mit dem Thema auseinander setzen, um solche Situationen entweder zu vermeiden oder dem Pferd genügend Vertrauen zu geben, dass es keinen Grund mehr zum Bocken sieht.
Wir möchten uns heute jedoch damit beschäftigen, wie der Reiter reagieren sollte, wenn sein Pferd bockt.

Das richtige „Management“ im Vorfeld

Wichtig ist, dass Pferde richtig – also entsprechend ihren Bedürfnissen, die sich aus Charakter, Exterieur und Trainingsstand ergeben – versorgt sind.
Fragen, die man sich beispielsweise stellen sollte, sind: „Füttere ich zu viel und mein Pferd hat dadurch überschüssige Energie?“, „Ist mein Pferd ausgeglichen? Oder steht es zu viel rum, hat vielleicht zu wenig Abwechslung?“.

Das Ablongieren

Auf jeden Fall ist der erste und meist immer richtige Schritt, solche Pferde vor dem Reiten abzulongieren. Ganz besonders dann, wenn ein Pferd von Natur aus zu viel Energie oder Probleme mit dem Sattel in Richtung „Sattelzwang“ hat.
Wenn die erste Energie raus und das Pferd durch das longieren warm und locker ist, kann geritten werden.

Die Situation meiden

Wichtig ist es, genau die Situation zu meiden, in der das Pferd bockt.
Passiert dies immer an dem gleichen Ort, muss ich mich dieser Stelle langsam annähern und Vertrauen schaffen.
Reagiert das Pferd vielleicht bei entgegenkommenden Pferden, muss ich versuchen, solche Situationen zu vermeiden und schauen, dass ich mich weitestgehend auf der gleichen Hand wie die anderen Reiter bewege.

Während das Pferd bockt: Ruhe bewahren!

Keine Panik! Wildes Schreien oder herumfuchteln verschlimmert die Situation immer.
Das hinzuziehen eines Trainers sollte sowieso selbstverständlich sein – schafft es besonders in diesem Fall das nötige Vertrauen in sich selbst, um die Situation bewältigen zu können.
Natürlich muss ich vorne in die Zügel greifen und versuchen, das Bocken zu unterbinden. Wenn das Pferd aber in das Gebiss beißt und nur dagegen zieht, ist es wichtig, einmal loszulassen und „neu“ zu kommen.
Soweit es irgendwie möglich ist, muss man versuchen, die Ruhe zu bewahren und das Bocken zu unterbinden.
Gute Mittel dazu sind z.B. das Pferd in eine Wendung zu bringen.
Der richtige Reflex und das Mittel in der ersten Sekunde des Bockens ist es, zu versuchen, den Kopf des Pferdes soweit wie möglich nach oben zu ziehen
Das Wort „ziehen“ ist bewusst so formuliert.

Egal, ob das Pferd mutwillig oder aus anderen Gründen bockt: die Arbeit, das Bocken zu unterbinden, hat art- und sachgerecht zu erfolgen, also mit Ruhe und Gefühl.
In dem Moment aber, wo ein Pferd bockt, hat Mitleid oder Einfühlungsvermögen nicht immer seinen Platz, denn hier geht es um die Gesundheit – und manchmal gar um das Leben – des Reiters.

Daher gilt es: Maßnahmen wie „anhalten“ oder „Kopf hochziehen“ sind mit so wenig Aufwand wie möglich durchzuführen, aber auf jeden Fall mit so viel Aufwand, dass ein Ergebnis erfolgt!
Man kann sich nach dem Bocken beim Pferd für eine harte Hand bzw. Einwirkung entschuldigen.
Aus dem Krankenhaus oder dem Grab heraus nicht mehr!

Die Angst

Natürlich sitzen nicht nur Bereiter auf bockenden Pferden.
Für den Amateur ist es oftmals ein Schreckensmoment, wenn das sonst so brave Pferd das erste Mal wirklich bockt.
Hier gibt es natürlich diejenigen, die das jedoch gut bewältigen können und vielleicht allgemein zu den „mutigeren“ Reitern zählen.
Es gibt jedoch auch viele Reiter, die erst spät in ihrer sportlichen Laufbahn zu Pferden finden, die dann auch solche Unarten zeigen. Die Ausbildung des Reiters kann auch bereits weit fortgeschritten sein und trotzdem, ist das Bocken auf einmal ein ganz neues „Erlebnis“.
Gerade im Erwachsenenalter kann dies beängstigend sein – man stellt sich die Frage, was alles bei einem Sturz passieren könnte.
Kommt es dann zum Sturz oder sogar mehreren, ist sie oft da: die Angst.

Und was gibt es schlimmeres, als Angst vor dem Aufsteigen auf das eigene Pferd zu haben?
Wichtig ist, diese zu akzeptieren und darüber zu sprechen – auch mit dem Trainer.
Lässt man sich bei dem Problem (zunächst) durch einen Bereiter unterstützen,
jemand der es gelernt hat, solche Situationen professionell zu managen,
ist dies eine gute Hilfe.

Mit der Zeit wird man sehen, dass sich eine Verbesserung abzeichnet und man wieder Vertrauen aufbaut.
Natürlich ist dies mit Arbeit und auch manchmal etwas Überwindung verbunden – aber, wenn dies bedeutet, wieder entspannt mit seinem Pferd trainieren zu können, ist es das doch auf jeden Fall wert.

Written by: Marcel Kanz on 25. Oktober 2018

Abwechslung im Winter? Stangenarbeit!

Ein Gastbeitrag von Sonja Wegener Reitausbildung

 

Der Winter steht vor der Tür. Für viele Reiter und ihre Pferde heißt das,

die meiste Zeit in der Reithalle zu verbringen. Wir lieben Abwechslung, und

wenn das auch noch ein optimales Trainingsprogramm für unsere

Pferd-Reiter-Paare ist, macht es umso mehr Spaß!

Ein kleiner Beitrag, warum ich Stangenarbeit für ein sinnvolles Training für

jedes Sport- und Freizeitpferd halte, das regelmäßig gearbeitet/geritten

wird:

 

Physische Trainingseffekte

 

Mit dem Training über Stangen im Trab und Galopp werden die koordinativen

Fähigkeiten verbessert, also das losgelassene Zusammenspiel aller

Bewegungsabläufe, die überhaupt eine Entwicklung von Schub- und Tragkraft

ermöglichen:

Gleichgewichtsschulung von Pferd und Reiter, mehr Balance = besseres

Gleichmaß in den Grundgangarten (Takt!) und Rhythmisierungsfähigkeit. Für

den Reiter präzisere Hilfengebung durch ausbalancierten Grundsitz

Anpassungsfähigkeit und Geschicklichkeit: Durch wechselnde Aufgaben werden

auf geraden und gebogenen Linien Anreize durch unterschiedliche Abstände und

Höhen gesetzt und das Pferd aufgefordert entsprechend zu reagieren und das

Gangmaß darauf anzupassen. Auch der Reiter ist gefragt auf die Bewegung

einzugehen und unterschiedliche Ausprägungen des Entlastungssitzes zu üben.

– Der Bewegungsablauf des Pferdes wird durch energischeres Abfußen und

zunehmende Federfähigkeit in den Gelenken verbessert, das hat auch einen

positiven Effekt auf die Rückentätigkeit des Pferdes.

 

Psychische Trainingseffekte

 

Durch die unzähligen Kombinationsmöglichkeiten kommt keine Langeweile auf!

Das Pferd ist immer wieder gefragt hinzuschauen und aufmerksam zu bleiben,

so dass nicht selten auch trägere Kandidaten agiler werden. Das steigert die

Motivation und schult die Konzentrationsfähigkeit der Pferde. (Achtung vor

allem bei jungen Pferden nicht zu lange Einheiten).

 

Ausbildungsschritte

 

Einige werden jetzt sagen: „Mein Pferd kann das nicht und stolpert nur über

die Stangen“. Natürlich stellt sich nicht jeder gleich geschickt an und das

gilt nicht nur für Dressurpferde. Hier gilt die Anforderung langsam

steigern. Nicht jedes Pferd findet direkt seinen Rhythmus und Gleichgewicht

im Stangen-Dschungel. Zunächst sollten regelmäßig nur einzelne Stangen auf

verschiedenen Linien erarbeitet und dann auf kleine Abfolgen gesteigert

werden. Wer hier nur 1x im Monat übt wird auch nur langsam Erfolg sehen.

Wichtig ist es dem Pferd so einfach wie möglich machen, d.h. Die Abstände

genau auf die Länge des Schrittes (Tritte, Sprung) legen, bis das Pferd sein

Gleichmaß über den Stangen findet.

Fortgeschrittene können die Abstände und Linienführung verändern und so

Raumgriff oder Versammlungsbereitschaft fördern.

Wie ihr seht ist die Arbeit mit Stangen eine sinnvolle Ergänzung im Training

von Reitpferden und fördert den losgelassen Bewegungsablauf, Aufmerksamkeit

und Motivation des Pferdes.

Wenn ihr jetzt auch auf den Geschmack gekommen seit probiert es doch mal

aus.

Written by: Marcel Kanz on 19. Oktober 2018

„Vor dem Bein sein“ ­– die Umsetzung im täglichen Training

„Das Pferd muss vor dem Bein sein“ – ein Satz, den jeder Reiter kennt und unter dem sich die meisten auch etwas vorstellen können.

 

Eine größere Herausforderung ist es jedoch, dies auch im täglichen Training zu erreichen.

Das Pferd soll sich vor den treibenden Hilfen bewegen“ heißt es in der Fachsprache. Wie schwierig es jedoch sein kann, die Theorie in die Praxis umzusetzen, ist ebenfalls jedem bewusst.

Man kann nur jedem Reiter wünschen, dass er mindestens einmal im Leben ein Pferd geritten hat, dass optimal „vor dem Bein war“. Denn oftmals fängt Reiten dann erst an, Spaß zu machen und der Reiter kann ein Gespür dafür entwickeln, wie es sich „richtig“ anfühlt. Außerdem lässt es den Reiter natürlich immer deutlich besser aussehen. Dieser kann sich auf den Weg und die jeweilige Lektion fokussieren, anstatt damit beschäftigt zu sein, überhaupt vom Fleck zu kommen.

Zwei sehr einflussreiche Faktoren sind zum einen die Mentalität und zum anderen die Ausbildung des Pferdes.

 

Träge Pferde

 

Richten wir unseren Blick auf die Pferde, die etwas träge sind.

Wenn der Reiter diese dazu motivieren möchte, leicht vor ihm her zu laufen, wird er dies mit „drücken“ oder „quetschen“ nicht erreichen.

Zur Veranschaulichung:

Der Reiter drückt beide Beine mit 10 Kilo Kraft ran, damit sein Pferd mehr (oder überhaupt) vorwärts geht. Sehr schnell wird sich das Pferd daran gewöhnen und wieder zurückfallen. Wenn der Reiter jetzt wieder dahin kommen will, wo er war, braucht er schon mindestens 11 Kilo Druck, denn die alten 10 Kilo zeigen ja keine Wirkung mehr.

Das Ergebnis: ein Teufelskreis, der immer schwieriger wird.

Entweder gibt der Reiter fix und fertig in Schnappatmung auf oder er baut sein „Waffenarsenal“ aus, was das Problem langfristig unlösbar machen wird.

Die Lösung?
Impuls, Lob und Tadel sind entscheidend! Beine weg, kurzer Impuls und dann je nach Reaktion Lob oder Tadel!

In der Praxis:

Der Reiter lässt sein Pferd laufen. Sobald er etwas „mehr“ möchte, gibt er einen kurzen Impuls am Bein und nimmt das Bein (den „Druck“) danach wieder komplett weg.
Spürt das Pferd dies überhaupt?
Definitiv!
Ein Pferd spürt eine Fliege am Fell, also ganz sicher euren Absatz oder den Sporen.

 

Ignorante Pferde

 

Jetzt kommen aber die „Kandidaten“, die nicht die größte Motivation haben und herausgefunden haben, dass man das auch ignorieren kann. Der Reiter muss also nach dem ersten (!) Impuls sehen, wie sein Pferd reagiert.
Bekommt er eine schlechte oder keine Reaktion, gibt er direkt einen deutlichen zweiten oder auch dritten Impuls, solange, bis er die gewünschte Reaktion bekommt. Sobald das Pferd wie gewünscht reagiert, wird gelobt.

Im Optimalfall erhält der Reiter diese Reaktion direkt auf die erste Hilfe/Impuls und kann direkt loben. Dann wartet er, bis das Pferd wieder zurückfällt oder er noch mehr möchte und gibt aus den „Null-Kilo“-Kraft im Bein wieder einen kleinen Impuls.
Reagiert das Pferd, wird es gelobt.
Erhält der Reiter keine oder eine schlechte Reaktion, muss er nachhaken.
Sobald das Pferd wie gewünscht reagiert, erfolgt auch hier sofort das Lob.

Beherzigt man diese Ratschläge, wird das „vor dem Bein sein“ deutlich besser klappen.
Die Pferde lernen schnell, dass sie sich selbst viel wohler fühlen, wenn sie aufmerksam und direkt auf den ersten Impuls reagieren, als wenn der Reiter jedes Mal nachkartet.

Ganz wichtig dabei: Konsequenz!

Ein Pferd neigt immer dazu, mal nachzufragen, ob man nicht doch wieder in das alte Muster zurückfallen könnte: der wichtigste Moment!
Wer zehn solche Situationen hat, es neunmal richtigmacht und nur einmal falsch,
der muss damit leben, dass die neunmal richtig nichts mehr wert sind.

Viel Spaß beim Üben!

Written by: Marcel Kanz on 9. Oktober 2018

Ab sofort bietet Find Your Horse für alle, die ihr Pferd oder ihre Pferde verkaufen wollen, einen neuen Service an:

 

Wir stellen für Sie Ihr Pferd bei uns online zum Verkauf!

 

 …..natürlich kostenfrei!

 

 Hierzu gibt es grundsätzlich 2 Möglichkeiten:

 

1) Sie liefern uns die Informationen

 

Hier erhalten Sie von uns ein Datenblatt mit allen Angaben, die wir von Ihrem Pferd benötigen.

Dies senden Sie ausgefüllt zu uns zurück. Per E-mail, Fax oder unkompliziert als Screenshot per Whats App. Bestenfalls liefern Sie uns dazu auch aussagekräftige Fotos und einen Youtube-Link, der zu einem Video Ihres Pferdes führt.

Bitte beachten Sie:

– Beim Fotografieren den Fotoapparat bzw das Handy immer quer halten!

– Haben Sie Videodateien, können diese aber nicht bei Youtube hochladen, übernehmen wir das gerne für Sie.

 

2) Ihr Pferd steht schon im Internet.

 

Vielleicht haben Sie Ihr Pferd bereits auf einer anderen Verkaufsplattform im Internet platziert oder Sie besitzen eine Homepage, auf der Ihre Verkaufspferde stehen?!

Dann informieren Sie uns einfach darüber und wir holen uns alle Informationen direkt von dort und stellen Ihr Pferd oder Ihre Pferde auf Find your Horse selbständig für Sie ein.

Wenn Sie unseren Service nutzen möchten, klicken Sie einfach auf untenstehenden Button und kontaktieren Sie uns.

 

Einfacher können Sie Ihr Pferd im Internet nicht zum Verkauf weltweit anbieten!

Direkt zum Einstell-Service: