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Written by: Marcel Kanz on 3. Juni 2019

Wer kennt es nicht? Heut zutage werden auf fast allen Reitanlagen die Pferde-Äppel nach dem Reiten eingesammelt. Für den Reitboden ist das sicher gut, aber wie sieht es mit dem Pferd aus. Oder genauer: kann mir das im Sport hinderlich sein?

Pferde sind Fluchttiere und biologisch daher so konstruiert, dass sie in Bewegung äppeln können. Dennoch sehen wir immer mehr, dass Reiter ihre Pferde zum äppeln anhalten. Dafür gibt es auch einen sehr guten Grund: der Reitboden!

Reitboden ist nicht nur teuer, sondern wir alle selbst reiten ja lieber auf einem qualitativ und optisch schönem Geläuf. Jede Ladung Pferdeäppel, die mit dem Boden vermischt wird, macht des Boden nicht nur qualitativ, sondern auch optisch schlechter.

Es ist also nicht immer nur im Sinne der Reitanlagenbetreiber, die Pferde zum äppeln stehen zu lassen, dass die nicht zu oft kostenspielig den Boden auswechseln müssen, sondern es sollte auch im Interesse der Reiter sein.

Ich empfehle aber, dass es keine „schwarz oder weiss“-Lösung geben darf. Wir selbst hatten eine Zeitlang durchgesetzt, dass jeder anhalten muss, dessen Pferd äppelt. Klappte prima…..bis eines meiner Pferde auf dem Turnier in einem St. Georg in der Galopp-Pirouette einfiel, dass es genau jetzt äppeln musste. Tat er auch und machte, was er gelernt hatte: er stand wie ein Denkmal, äppelte, und dann ging es nach einer Zeit, die sich für mich wie eine Ewigkeit anfühlte, irgendwann auch weiter….

Seitdem mache ich das so, dass die Pferde in der Schritt- und Aufwärmphase zum äppen angehalten werden. In der Arbeit auch, ABER alle 2-3 Tage nutze ich eine Äppel-Gelegenheit und fordere meine Pferde auf, dabei weiter zu gehen. Ich muss ihnen einfach zeigen, dass sie stehen bleiben KÖNNEN, aber auf Abruf auch jederzeit in der Lage sind, dabei weiter zu gehen. Funktioniert jetzt eigentlich prima. Die meisten fragen jetzt mal kurz nach, wenn sie merken, dass sie äppeln müssen, ob sie stehen bleiben oder weitergehen sollen und wenn ich signalisiere, dass es jetzt dann doch bitte weitergeht, dass klappt das auch.

Gestoppt hat seitdem keiner mehr im Viereck!

Written by: Marcel Kanz on 28. März 2019

Endlich!!! Bald ist es wieder soweit: der Frühling ist da und unsere Pferde dürfen endlich wieder raus auf die Weide. Nach dem langen Winter können die meisten es gar nicht mehr erwarten, endlich wieder Gras unter den Hufen zu spüren und mal so richtig abzuknattern.

Aber sind da alle Pferde gleich? Wollen die alle wirklich einfach nur den ganzen Tag auf der Wiese rumlungern, egal bei welchem Wetter? Im nachfolgenden Beitrag nehme ich mal die unterschiedlichen Pferdetypen, die mir bisher so begegnet sind, genauer unter die Lupe.

Der Wikinger

Der Wikinger ist so ein richtiger Naturbursche. Am liebsten ist er rund um die Uhr draußen auf der Wiese und pfeift auf Abwechslung durch Unterhaltung oder gar Arbeit. Dem Wikinger ist es völlig egal, welches Wetter herrscht, welche Temperaturen, oder ob er von Schwärmen von Stechfliegen aufgefressen wird. Hauptsache draußen und grasen. Wenn ein gewaltiger Regenschauer kommt dreht der Wikinger bestenfalls sein Hinterteil gegen den Wind, läßt die Ohren hängen, damit das Wasser besser abfließen kann, und wartet einfach, bis der Spuk vorbei ist. Den stellt man am besten vor Sonnenaufgang raus und holt ihn bei Mondschein wieder rein. Ist er völlig zufrieden mit. Wikinger sind häufiger bei – im übertragenen Sinne – etwas dickfelligeren Vertretern ihrer Rasse anzutreffen. Die blütrigeren Exemplare habens meist nicht so mit dem Dauercampen.

Der Stubenhocker

Das Gegenteil vom Wikinger ist der Stubenhocker. Der freut sich schon, wenn er raus darf, ABER: es muß alles stimmen. Es darf nicht zu warm sein und auch nicht zu kalt. Regen geht gar nicht und Fliegen sind ein absolutes No Go. Der Stubenhocker wohnt am liebsten in einem gut geschützten Offenstall mit Zugang zur Weide und entscheidet dann selbst, wann es ihm genehm ist, nach draußen zu gehen. Außerdem muß immer eine Fluchtmöglichkeit in einen geschützten Raum vorhanden sein. Wenn der Stubenhocker das noch weit entfernte Summen einer Fliege hört gerät er meist schon in Alarmbereitschaft und hält sich mißtrauisch nur noch in der Nähe seiner Fluchtbehausung auf, damit er diese schnellstmöglich aufsuchen kann, sofern die Fliege es wagt, sich ihm auf mehr als eine Armlänge Abstand zu nähern. Das Gleiche gilt für Regen. Beim ersten Tropfen wird im wilden Galopp die Wiese durchquert, allerdings nicht aus Lebensfreude, sondern um so schnell es geht, den rettenden Unterstand aufzusuchen. Dort steht er dann tief ausatmend drin und ist froh, dem drohenden Unheil gerade noch mal so entkommen zu sein.

Der Pünktliche

Der Pünktliche hat eine hervorragend funktionierende innere Uhr und kann eine ganz schöne Nervensäge sein. Wenn man den am 1. Mai um 8.05 Uhr das erstemal in diesem Jahr auf die Weide bringt und um 11.55 Uhr wieder reinholt, dann möchte er bitte, daß das ab diesem Tag JEDEN Tag genau so abläuft.

Und wehe, man ist dann mal erst um 8.06 Uhr zur Stelle. Da wird geklopft und geblubbert, man wird mit vorwurfsvollen Blicken verfolgt und energisch aufgefordert, jetzt ENDLICH das arme Pferd auf die Wiese zu bringen. Das Gleiche gilt fürs Reinholen. Bereits um 11.45 Uhr wird die Nähe des Tors aufgesucht, ab 11.50 Uhr wird hin und her getigert, und wenn man es dann immer noch nicht kapiert hat, dann gibts Krawall. Die etwas nervigeren Typen fangen dann an zu rennen. Immer in der gleichen Spur am Zaun entlang. Mit schwungvollem Bremsen am Tor. Gerne werden bei dieser Gelegenheit angelegte Sprungglocken – oder auch mal ein Hufeisen – durch die Gegend geschossen.

Die gemütlichere Variante fängt an, das Tor zu malträtieren. Schön mit den Füßen rein und ziehen. Ganz knallharte Typen kommen auch unter Umständen alleine heim. Entweder durch einen beherzten Sprung über den Zaun oder durch bulldozermäßiges Einrennen des Tors.

Wenn man also nicht ständig Zäune reparieren, Eisen suchen oder zerschrammte Pferdebeine verarzten will, sollte man bei den Pünktlichen darauf achten, ebenfalls pünktlich zu sein.

In diesem Sinne – einen schönen (Weide)-Sommer!

Written by: Marcel Kanz on 5. März 2019

Gleich vorneweg: dies wird keine wissenschaftliche Abhandlung über Inhaltsstoffe, Energiewerte oder sonstige klugen Erkenntnisse über verschiedene Futtermittel. Nein, es ist einfach ein Bericht aus meiner über 25jährigen Erfahrung in der Pferdehaltung und -fütterung.

Das A und O -> Heu

Das wichtigste und absolut unersetzliche Futter für Pferde ist Heu! Da führt kein Weg dran vorbei. Es gibt absolut nichts, was eine ausreichende Fütterung mit gutem Heu ersetzt.

Da Pferde von Natur aus Dauerfresser sind sollte Heu von bester Qualität im Idealfall immer zur Verfügung stehen, aber mindestens 10 bis 12 kg pro Tag und Pferd sind ein Muß. Die früher gebräuchliche Formel von 1 kg Heu pro 100 kg Lebendgewicht sollte inzwischen überholt sein. Das würde für ein normal schweres Warmblut zwischen 6 und 7 kg Heu pro Tag bedeuten. Da atmet der Zosse einmal tief ein und es ist weg! Pferde, die zur Rundlichkeit neigen können ihre Heuration auch in einem mittel-kleinmaschigen Heunetz erhalten, dann haben sie länger zu tun und man kann die Ration etwas kürzen. Wichtig ist, daß die Pferde lange Zeit fressen können und keine längeren Fresspausen entstehen. Die Magensäure wird durch den beim Kauen entstehenden Speichel gepuffert, was überaus wichtig für die Vermeidung von Magenproblemen ist. Sehr viele Pferde, vor allem unter Streß stehende Sportpferde, leiden heute unter säurebedingten Magenproblemen, bis hin zum schmerzhaften Magengeschwür. Der Markt bietet inzwischen alle erdenklichen Zusatzfuttermittel, die diesem Problem Rechnung tragen, aber das wichtigste „Gegenmittel“ überhaupt ist einfach eine ausreichende Fütterung mit gutem Heu!

Hafer

Er ist besser als sein Ruf! Leider sitzt es in vielen Köpfen immer noch fest, daß Hafer „sticht“! Halte ich persönlich für Quatsch. Hafer hat nicht mehr Energie als vergleichbare Getreide oder das ach so beliebte Müsli. Und er hat auch sonst keine unheimlichen Inhaltsstoffe, die im Kopf des Pferdes die Synapsen knallen lassen. Dafür enthält er wertvolle Vitamine und Schleimstoffe. Es kommt wie bei allem auf die Menge an. Wenn ich einem Pferd, das nicht viel arbeitet und zur Fröhlichkeit neigt pro Mahlzeit einen 5-Liter-Eimer Hafer in die Krippe schütte wird dieser sicher irgendwann seine Wirkung entfalten. Das macht ein anderes energiereiches Kraftfutter in der gleichen Menge aber auch. Ich habe noch nie ein Pferd gehabt, das wirklich erkennbar auf Hafer reagiert hat. Aber, wie gesagt, das ist meine persönliche Erfahrung. Ich kenne viele Leute, die mir vehement das Gegenteil erklären. Einen wissenschaftlichen Beweis für den crazy machenden Hafer gibt es aber meines Wissens nach auch nicht. 

Pellets

Diese gibt es in zahlreichen Ausführungen. Das Problem ist: sie sehen im Wesentlichen alle gleich aus. Pellets halt! Was drin ist kann man nur nach ausführlichem Studium der Beipackzettel herausfinden und selbst dann ist man nicht wirklich schlauer, wenn man keine fundamentalen Kenntnisse von Nährwerten besitzt. Worauf man aber unbedingt achten sollte ist, daß kein Weizen (Weizenkleie ist ok) darin enthalten ist. Es gibt, oder gab es zumindest mal, Hersteller, die gerne noch den billigen Weizen in ihren Pellets verarbeiten, was fatale Folgen haben kann. Weizen hat einen sehr hohen Kleberanteil, der für die Verdauung des Pferdes völlig ungeeignet ist und ein hohes Kolikrisiko beihaltet. Wir selbst hatten vor Jahren mal eine regelrechte Kolikserie im Stall, die einfach nicht erklärbar schien. Bis ich mir die Inhaltsstoffe unserer damaligen Pellets genau angeschaut habe und mit Entsetzen feststellen musste, daß darin nicht nur Weizen, sondern sogar speziell Weizenkleber enthalten war. Nach Wechsel zu einem anderen Futter waren auf geheimnisvolle Weise auch die Koliken wieder verschwunden. Gute Pelletfutter haben aber auch Vorteile. Sie bieten ausreichend Energie und enthalten in der Regel alles, was das Pferd braucht, incl. Vitaminen, Ölen usw., sind also als Alleinfuttermittel (bezieht sich nur aufs Kraftfutter, die Heufütterung ist davon nicht betroffen) durchaus geeignet. Man kann sie auch gut dosieren, d. h. ein zu Speckröllchen neigendes Pferd bekommt einfach eine Schippe weniger, als eines, das zu eingefallenen Wangen neigt! 🙂 Pellets werden in der Regel auch gut gefressen, selbst mäkelige Pferde verputzen sie rückstandslos.

Müsli

Ja, das liebe Müsli! Vor allem bei Reitern sehr beliebt. Sieht lecker aus, oft schön bunt, weil getrocknete Möhren und sonstiges Gemüse mit drin ist und man hat das Gefühl, daß man seinem Pferd was bietet. Letzen Endes ist aber genau das Gleiche drin, wie in den Pellets, nur daß es in diesen geschreddert und gepreßt ist und im Müsli noch mehr oder weniger naturbelassen. Dem Pferd ist es wurschtegal. Bei Pferden „isst das Auge (nicht) mit“! Aber die Reiter lieben es und fühlen sich berufen, ihren Pferden was Gutes zu tun, indem sie ihm Cerialien zufüttern.

Lassen wir sie halt! 🙂

Mash

Mash ist ebenfalls – vor allem bei den Reitern – sehr beliebt. Hat aber auch wirklich gute Seiten. Wir füttern auch Mash. Besteht im Wesentlichen aus Hafer, Weizenkleie und Leinsamen und ist gut für die Verdauung. Sagt man! Stimmt aber auch! Leinsamen hat viele Schleimstoffe, die die Verdauung unterstützen. Kleie hat ebenfalls eine verdauungsfördernde Wirkung und insgesamt mögen Pferde die lauwarme Pampe. Man kann auch wunderbar nicht so leckere Sachen wie Medikamente darin verstecken, die die Pferde aus dem normalen Krippenfutter empört aussortieren.

Rübenschnitzel

Haben eine diätetische Wirkung (kompliziertes Wort). Liefern Energie, da zuckerreich, sind eiweißarm und ballaststoffreich und haben eine leicht abführende Wirkung, was sie besonders geeignet für zu Koliken neigenden Pferden macht. Man sollte möglichst unmelassierte Schnitzel füttern, da die melassierten einen sehr hohen Zuckergehalt aufweisen. Sie eignen sich zur Aufwertung der Heu-Hafer-Ration, vor allem bei schwerfuttrigen oder alten Pferden. WICHTIG! Niemals uneingeweicht füttern!!! Führt zu schrecklichen Schlundverstopfungen. Immer lange genug einweichen, bis sie komplett zerfallen sind, sonst kann das ein böses Ende nehmen.

Möhren und Äpfel

Karotten sind eine bei Pferden sehr beliebte und leckere Aufwertung der Krippenration und können gerne täglich zugefüttert werden. Bis zu 1 kg pro Pferd und Tag sollte unproblematisch sein. Um die in den Möhren enthaltenen fettlöslichen Vitamine verwerten zu können braucht es allerdings Fett, welches man z. B. in Form von einem Schuß Leinöl über dem Futter zufügen kann. Das macht nebenbei auch noch ein schön glänzendes Fell und führt zusätzlich Energie zu.  Bei Äpfeln sollte man etwas geiziger sein. In größeren Mengen können sie zu Durchfall und Verdauungsstörungen führen. Für beide Futtermittel gilt: Vorsicht bei Pferden mit Stoffwechselstörungen wie Cushing, Hufrehe oder sonstigem!

Zu guter Letzt:

Die Menge?

Die Frage nach der zu fütternden Menge an Kraftfutter läßt sich nicht pauschal beantworten.

Ein Sportpferd, das täglich intensiv gearbeitet wird braucht bei gleicher Größe und Gewicht sicherlich mehr Kraftfutter als ein Freizeitpferd, das nur leicht oder unregelmäßig gearbeitet wird. Auch die sogenannten Robustrassen benötigen in der Regel kein oder nur sehr wenig zusätzliches Kraftfutter, da sie meist bessere Futterverwerter sind als Voll- oder Warmblüter und ihre notwendige Energie bereits aus dem Raufutter decken können. Für Pferde mit Stoffwechselstörungen ist Kraftfutter in der Regel tabu, ebenso für die meisten Ponyrassen. Ein weiterer Aspekt ist die Art, wie jedes Pferd individuell angelegt ist. Ist es leichtfuttrig und wird schon mollig, wenn es nur ein paar Körnchen Hafer bekommt oder sieht es aus wie ein Hungerhaken trotz eimerweiser Zufütterung? Hier gilt: „das Auge füttert mit“!

Ich habe es immer mit der Formel gehalten: so viel wie nötig, so wenig wie möglich! Vorrangig in der Fütterung ist IMMER die ausreichende Versorgung mit gutem Heu!

So, mehr fällt mir jetzt nicht mehr ein. Guten Appetit!

Ein Beitrag von Birgit Kanz

Written by: Marcel Kanz on 6. Februar 2019

Ein Gastbeitrag von Daniela Weber, Pferdeosteopathie

Reiten ist ein Ganzkörpertraining. Das wird oft vergessen… oder verdrängt.  Erinnern Sie sich an Ihre Reitanfänge??? Nach den ersten Reitstunden konnte man sich anschließend tagelang nicht bewegen. Man hat Muskeln gespürt, von deren Existenz man bis dahin nichts ahnte. Auch nach längeren Reitpausen spürt man diese Muskeln wieder.

Unser Körper sollte in der Lage sein, sich den Bewegungen des Pferdes anzupassen. Wir werden bewegt, d.h. wir müssen uns ausbalancieren. Das bedeutet, dass unser Körper komplexe und koordinativ schwierige Bewegungsabfolgen rhythmisch ausführen muss. Unsere Gliedmaßen müssen unabhängig voneinander funktionieren und gleichzeitig unterschiedliche Bewegungen ausführen. Und zu allem Überfluss, während wir Fliehkräften, Beschleunigung und dreidimensionalen Bewegungen ausgesetzt sind. Puh….

Unser Alltag ist oft weniger komplex. Viele haben einen Beruf mit überwiegend sitzender Tätigkeit oder einseitigen Bewegungen. Hier wird also nicht wirklich unser Körper trainiert.  Dadurch entstehen oft Verspannungen oder evtl. auch Rückenschmerzen.

Als Reiter steht das Wohl des Pferdes an erster Stelle, dies wird regelmäßig vom Pferdeosteopath behandelt, es kommt unter das Rotlicht oder unter die Magnetfelddecke. Man achtet auf das richtige, angepasste Training. Die Fütterung wird unter die Lupe genommen….

Das ist alles sehr wichtig und richtig!!!

ABER auch das besttrainierteste Pferd hat ein Problem mit einem schiefen, schwachen und unausbalancierten Reiter. Nur wenn beide, Pferd und Reiter, körperlich fit sind, kann Leistung erbracht werden.

Also nicht nur an das Pferd, sondern auch an sich selbst denken!!!

Lassen Sie sich auch regelmäßig vom Physiotherapeuten und/oder Osteopath durchchecken? So können Störungen im Bewegungsapparat, Verspannungen und verkürzte Muskeln frühzeitig entdeckt und behoben werden.

Aber welcher Sport soll es sein???

Die Kommunikation mit dem Partner Pferd erfolgt allein nur durch Bewegung und Berührung. Ausgleichssportarten verbessern das Gleichgewicht und die Beweglichkeit des Reiters. Muskeln werden trainiert. So verbessert sich die Kommunikation und der Reiter kann sein Pferd optimal unterstützen!!!

Für die, die wenig Zeit haben, und unabhängig sein möchten, gibt es die Möglichkeit, sich vom Physiotherapeut Übungen für zu Hause zeigen zu lassen. Würde aber natürlich voraussetzen, dass man diese dann auch zu Hause macht (!) J

Des Weiteren sind Pilates, Yoga, Tanzen, Zumba, Ballsportarten, Joggen und auch das Trainieren im Fitnessstudio an den Geräten optimal als Ausgleichssport.

Bei all diesen Sportarten werden die Ausdauer, die Balance, die Koordination und die Kraft trainiert.

Wofür Sie sich auch entscheiden, wichtig ist, dass Sie Spaß daran haben!!!

Reiten ist Sport: für Pferd und Reiter!!

Sind Reiter und Pferd fit, steht dem gemeinsamen Spaß nichts im Wege!

In diesem Sinne, bleiben Sie fit!

Haben Sie Fragen hierzu, sprechen Sie mich gerne an.

Daniela Weber

Humanphysiotherapeutin (www. physiotherapie-daniela-weber.de)

Pferdeosteopathin  ( www.pferdeosteopathie-daniela-weber.de)

Written by: Marcel Kanz on 24. Januar 2019

Jeder Reiter, sofern er sein Pferd nicht vorher verkauft,  steht irgendwann vor dem Punkt der „Rentenfrage„. Sei es aus Altersgründen oder auch, weil das Pferd aufgrund einer Verletzung oder Krankheit nicht mehr reitbar ist. Während es früher weitestgehend üblich war solche Pferde zum Metzger zu bringen, ermöglichen es heutzutage doch immer mehr Menschen ihrem vierbeinigen Freund, die letzten Lebensjahre an einem schönen Altersruhesitz zu verbringen. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, daß es heute weitaus mehr Betriebe gibt, die solche sogenannten Gnadenbrotplätze anbieten.

Hat man sich entschieden, daß nun der Tag X gekommen ist, hat man als Pferdebesitzer jedoch eine große Verantwortung bezüglich des Wie und Wo. Denn nicht jeder Gnadenhof ist wirklich eine Gnade für ein altes Pferd. Es ist auf keinen Fall damit getan, sein Pferd einfach in eine Herde auf eine Wiese zu stellen, sich dort weitestgehend selbst zu überlassen und zu glauben, nun habe man seine Pflicht getan und das Pferd müsse nun ein glücklicher Rentner werden.

Was wird neu?

Weit gefehlt: ein Pferd, das sein Leben lang weitestgehend im Stall verbracht hat, stundenweisen Auslauf genießen durfte, geritten, gefüttert und verhätschelt wurde, kann man nicht einfach von heute auf morgen auswildern. Das Pferd muß Zeit haben, sich an die oft völlig anderen Lebensumstände zu gewöhnen. Gerade solche Pferde, die den Großteil ihres Lebens in einer Einzelbox verbracht haben und auch auf der Weide vielleicht nie in einer Gruppe waren, müssen sich erst an das Leben in einer Herde mit ihren Rangordnungen und sozialen Strukturen gewöhnen und lernen, ihren unmittelbaren Lebensraum mit Artgenossen zu teilen.

Futterumstellung

Auch kann man ein Pferd, das immer mit Heu und Kraftfutter gefüttert wurde, nicht einfach auf die Wiese stellen und glauben, daß es nun nur noch von Gras leben kann. Auch diese Umstellung braucht Zeit, sonst sieht der „glückliche Rentner“ nach kurzer Zeit aus, als wäre er von einer Tierschutzorganisation gerettet worden. Es ist daher von großer Wichtigkeit, daß diese Ernährungsumstellung schrittweise vor sich geht. Das Pferd sollte in der ersten Zeit der Umstellung noch zugefüttert werden, vor allem mit gutem Heu, damit es sich langsam an die vollständige Ernährung mit Gras gewöhnen kann. Ideal ist, wenn man auf der Wiese eine Raufe zur Verfügung hat, die ständig die Möglichkeit zur Heuaufnahme anbietet. Dann können die Pferde sich selbst nach und nach entwöhnen und fallen nicht so zusammen, als wenn man sie direkt komplett auf Gras umstellt.

Haltung

Auch ein Unterstand oder eine natürliche Unterstellmöglichkeit in Form von großen Bäumen oder dichten Sträuchern ist von großer Wichtigkeit. Stallpferde sind selten an widrige Wetterbedingungen gewöhnt. Auch im Sommer kann es langanhaltende, kühle Regentage geben und ein „Neurentner“, der bei solchem Wetter bisher wohlbehalten in seiner trockenen Box stand, kommt schon mal ganz schön ins Frieren, wenn er plötzlich tagelang durchnäßt auf der Wiese rumsteht.

Zeitpunkt

Auch der richtige Zeitpunkt der Umstellung ist von großer Bedeutung. Einem Stallpferd, das bisher im Winter im kuscheligen Stall mit warmer Decke stand tut man keinen Gefallen, wenn man es im Herbst nackt in einen Offenstall mit anderen Pferden stellt. Möglicherweise ist der gute Zosse noch rangniedrig und darf die erste Zeit nicht rein und auch nicht ans Futter und steht dann frierend und hungrig draußen in der Kälte und Nässe. Er würde seine neugewonnene Freitheit dann wohl eher als Strafe sehen.

Wir z. B. stellen unsere „Neurentner“ im April für ca. 1 Monat tagsüber in einen Offenstall mit einem anderen Pferd aus der künftigen Gruppe  bei weiterer Zufütterung von Heu und Mineralfutter sowie stundenweisem Weidegang, der allmählich gesteigert wird. Ab Mai – bei gutem Wetter – geht die ganze Mannschaft dann auf die Sommerweide mit der Möglichkeit sich unterzustellen und zunächst noch mit Zufütterung von Heu. Die Pferde haben dann den ganzen Sommer über bei viel Platz die Möglichkeit sich kennenzulernen, ihre Rangordnung auszufechten und ihren Thermohaushalt auf Außentemperatur einzustellen. Wenn sie dann im Herbst umziehen ins Winterquartier bilden sich in der Regel ganz von selbst Paare, die zusammenstehen und -fressen und es gibt keine Probleme im engeren Bereich des Offenstalls. Auch bildet sich dann meist schon im ersten Winter ein schöner dicker Winterpelz. Wir hatten schon Exemplare, die mehr einem Grizzly ähnelten als einem Pferd – im Westerwald ist es halt kalt! 🙂

Versorgung

Selbstverständlich sollte auch sein, daß dem alten Kumpel weiterhin sämtliche Zusatzversorgungen, wie Impfungen, Wurmkuren, Schmiedbesuche und – ganz wichtig – regelmäßige Zahnkontrollen zuteil werden. Gerade alte Pferde haben häufig Probleme mit den Zähnen und können dann nicht mehr richtig kauen, was die Futteraufnahme und -verwertung erheblich erschwert. Daher ist es sehr wichtig, regelmäßig überprüfen zu lassen, ob Zähne wackeln oder scharfe Kanten haben, damit das Rentnerdasein nicht zu einer schmerzhaften Angelegenheit wird.

Die letzte Reise

Und irgendwann kommt dann der Tag, an dem es für jeden Rentner Zeit ist die letzte Reise auf die große Weide anzutreten. Auch das gehört dazu und kein Pferdebesitzer sollte sich davor drücken, seinem Pferd an diesem Tag beizustehen. Diese Entscheidung zu treffen ist nicht leicht und jeder scheut sich naturgemäß davor. Aber sie sollte mit bestem Wissen und Gewissen im Sinne des Pferdes getroffen werden. Ein verantwortungsbewußter Stallbetreiber wird die ihm anvertrauten Pferde ohnehin genau beobachten und erkennen, wann es für ein Pferd soweit ist und dies dem Pferdebesitzer mitteilen. Bei meinem „ersten Mal“ habe ich zu lange mit der Entscheidung gewartet, weil ich es nicht ertragen konnte, mein Pferd zu verlieren und habe ihm dadurch unnötige Leidenszeit aufgebürdet. Es ist nicht leicht, hier den richtigen Zeitpunkt zu erkennen und erfordert viel Erfahrung. Im Zweifelsfall sollte man einen Tierarzt zu Rate ziehen, der dann entscheidet, ob das Pferd besser erlöst werden sollte.

Über die „Methode“ des Abschieds gibt es ebenfalls unterschiedliche Ansichten. Es kursieren schreckliche Schauergeschichten über den Todeskampf beim Einschläfern bis hin zum wieder Wachwerden usw. Kann ich alles nicht bestätigen. Wenn ein Tierarzt sein Handwerk versteht ist dies eine Sekundensache. Unsere Pferde verlassen den Hof nicht lebend, um zu einem Schlachter gebracht zu werden. Dies wäre mit unnötigem Streß und Angst verbunden, häufig sind sie seit Jahren nicht mehr gefahren. Sie sterben auf ihrer Weide, in der Nähe ihrer Kumpels und mit einer Schüssel Hafer vor der Nase. Ich habe schon viele Pferde auf ihrem letzten Weg begleitet, Eigene und Fremde, und es ist nie leicht. Aber es war auch nie „schlimm“ für das Pferd im Sinne von Schmerzen oder Todeskampf.

Aber erstmal hoffen wir doch, daß unsere Oldies noch ein schönes, langes und gesundes Rentnerleben genießen dürfen. Alte Pferde haben einen ganz besonderen Charme. Mit den Jahren stellt sich eine gewisse Alterssturheit ein, so als stünden sie über allem drüber, was sie auf eine ganz eigene Art liebenswert macht. Probiert es aus.

Es lohnt sich!

Written by: Marcel Kanz on 5. Januar 2019

Ein Gastbeitrag von Sonja Wegener Reitausbildung

Training – Was ist das eigentlich?

Einfach ausgedrückt ist Training die planmäßige und systematische Realisation von Trainingsinhalten zur Erreichung von Zielen im Sport. Mit gezieltem nachhaltigem Training erreichen wir eine Funktionsverbesserung aller Systeme im Organismus: Das Herz-Kreislauf-System und die Schweißbildung wird verbessert und genauso eine effiziente Energieversorgung und -nutzung der Muskulatur, um die damit verbundene Ermüdung der Muskeln herauszuzögern.

Bevor ich mir Gedanken über einen geeigneten Trainingsplan für mein Pferd mache, muss ich mir ein Bild über den allgemeinen Gesundheits-, Ernährungs- und Pflegezustand machen. Woran erkenne ich ein gut trainiertes gesundes Pferd? Zunächst ein mal betrachte ich das äußere Erscheinungsbild und stelle mir einige Fragen: Glänzt das Fell oder ist es matt? Wie ist der Ernährungszustand? Passt es zum Typ Pferd, oder ist das Pferd zu dünn oder zu dick? Ist das Pferd schon ausreichend bemuskelt, d.h. dem Ausbildungsstand und Alter entsprechend? Hat das Pferd Vorerkrankungen und was weiß ich über das bisherige Training?

Im besten Fall mache ich einen Gesundheitscheck in Zusammenarbeit mit meinem Tierarzt (Blutblid und Kontrolle der Zähne und des Herz-Kreislauf-Systems) und Schmied und gerne auch Physiotherapeut bevor ich mit gezieltem Aufbautraining beginne. Grundvoraussetzung ist natürlich auch die passende Ausrüstung.

Grundausbildung- und Leistungstraining

 

Ausbildung des Pferdes ist auch gleichzeitig Training des Pferdes. In der Grundausbildung werden dem Pferd Kenntnisse und Fähigkeiten wie z.B. die Hilfengebung des Menschen zu verstehen, vermittelt. Bilde ich mein Pferd im Sinne der klassischen Reiterei aus, ergibt sich der systematische Aufbau durch die Skala der Ausbildung (Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten, Versammlung). Der Ausbildungsstand lässt sich durch die Inhalte und Anforderungen der Klassen E bis S feststellen. Bei stetiger Ausbildung erfolgt ein fließender Übergang von Grundausbildung zum Leistungstraining. Im Leistungstraining erfolgt die Anpassung des Körpers an hohe und höchste Leistungsanforderungen. Analog den Anforderungen an die Klassen und dem damit verbundenen Ausbildungsstand, wird die Entwicklung von Schub- und Tragkraft stetig gesteigert.

Wie plane ich mein Training?

 

  • Was möchte ich erreichen? Erreichbare Ziele festlegen: das kann ein Prüfung auf einem Turnier sein, ein Lehrgang an dem ich teilnehmen und gut vorbereitet sein möchte, Reitabzeichen oder auch das Ziel im Gelände einen Berg hoch zu galoppieren.
  • Rechtzeitig mit dem Training beginnen.
  • Oberstes Gebot: Förderung der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft immer unter dem Aspekt der ethischen Grundsätze und der Beachtung der Gesundheit des vierbeinigen Partners
  • Kontinuität! regelmäßiges Training ohne längere Unterbrechung
  • Sich selbst kontrollieren z.B. durch Trainingstagebuch, Videoanalyse, und mit Hilfe eines Trainers (Reitunterricht)
  • die psychische Verfassung optimieren, denn nur wer mental gut drauf ist wird auch entsprechend gute Leistung bringen und im entscheidenden Moment auch abrufen können. Bedeutet für uns: Vertrauen des Pferdes zum Reiter fördern, Ängste abbauen, Ausgeglichenheit schaffen, Abwechslung bieten. Den Partner Pferd motiviert, aufmerksam und freudig halten.
  • Jedes Training muss individuell auf das Pferd-Reiter-Paar abgestimmt sein: Belastungsintensität, -dauer, -umfang und -häufigkeit der Trainingseinheiten werden für einen bestimmten Zeitraum festgelegt und nach und nach erhöht. Lasst Euch von erfahrenen Trainern beraten und coachen.
  • Es ist wichtig einen Zyklus von Belastung und Erholung einzuhalten, um eine Anpassung des Organismus an das Training zu erzielen. Nach großen Anstrengungen muss es auch immer aktive Erholungsphasen geben.

Achtung vor Überforderung

 

Wer ein Pferd trainiert muss auch Anzeichen von Überforderung erkennen können. Häufig sind Widerstand und Verweigerung ein Anzeichen von Überforderung oder Übermüdung, genauso aber auch Teilnahmslosigkeit oder Lethargie. Bei häufiger Nervosität, Angst und Durchfall, Muskelzittern, übermäßiges Schwitzen oder auffallende Konzentrationsschwäche sollte das Training überdacht werden. Überforderung in der Ausbildung sollte unbedingt vermieden werden u.a. auch um Schäden am Bewegungsapparat zu vermeiden.

Wer bis hierhin gelesen hat wird feststellen, dass das Training eines Pferdes eine hochkomplexe Angelegenheit ist und sich jetzt wahrscheinlich fragen, ob er sich dieser Planung schon ausreichend gestellt hat. Nicht gleich den Kopf in den Sand stecken, probiert es doch mal aus und führt ein Trainingstagebuch und schreibt Euch auf wie viele Minuten ihr euer Pferd am Tag in den verschiedenen Gangarten bewegt, auf welchen Böden ihr reitet, ob es dabei stark schwitzt oder gar nicht schwitzt. Ob Dressur, Springen, Longe, Bodenarbeit oder Gelände und wie es sich dabei verhält. Das verschafft einen Überblick und ihr werdet merken, dass ihr euren vierbeinigen Partner in ein paar Wochen noch besser kennen gelernt habt.

Written by: Marcel Kanz on 30. Dezember 2018

Schöner Wohnen – Wie Pferde wohnen (möchten)!

In diesem Blog möchte ich Euch einige Wohnmöglichkeiten für Pferde vorstellen, ebenso wie die damit verbundenen Vor– und Nachteile. Diese beruhen ausschließlich auf den durch mich gemachten Erfahrungen in über 30 Jahren Pferdehaltung und sind nicht als allgemeingültige Regeln anzusehen.

Ständerhaltung

 

Nicht gleich schreien!

Gibt es heute (hoffentlich) nicht mehr in Deutschland. Ich will sie nur der Vollständigkeit halber mit aufführen, auch um die nachfolgenden Möglichkeiten in einem noch besseren Licht erscheinen zu lassen. 🙂

Ständerhaltung ist nicht toll und für unsere heutigen Reitpferde, die in der Regel eine Stunde täglich maximal „arbeiten“ müssen wäre sie sicherlich auch schwer zu ertragen. Vor 100 Jahren und auch später noch war es die gebräuchlichste Haltung für Pferde und zu dieser Zeit war sie auch gar nicht soooo schlimm. Die Pferde wurden in der Regel in der Landwirtschaft, im Wald oder beim Militär eingesetzt und waren den ganzen Tag auf Achse. Wenn die Abends in ihren Stall zurückkamen, waren die todmüde und einfach nur froh endlich mal stehen zu können, ihr Heu und ihren Hafer zu knuspern und zu schlafen. Da war es nicht so wichtig, daß sie ein geräumiges Appartement zur Verfügung hatten. Die wollten sich eh nicht mehr bewegen.

Einzelbox

 

Einzelboxen sind auch heute noch die gebräuchlichste Unterbringung für Pferde. Es gibt sie in allen möglichen Ausführungen, vom einfachen Wohnklo mit Kochnische bis zur Luxusvariante mit vorgelagertem Balkon. Auch in der Größe variieren sie erheblich. Früher war die Standardgröße für eine Box ca. 3 x 3 m, heute sind sie in der Regel um einiges größer. Die Haltung in einer Einzelbox hat durchaus auch Vorteile. Für Hengste zum Beispiel! Es mag vielleicht bei einigen Robustpferderassen möglich sein mehrere Hengste zusammen in einem Laufstall o. ä. zu halten, ohne daß die sich gleich an den Kragen gehen, aber ich stelle es mir etwas schwierig vor, unsere heutigen hochgezüchteten Deckhengste einfach mal so zusammen auf die Wiese zu stellen, nach dem Motto: der Stärkste gewinnt! Das würde die Anzahl der zur Verfügung stehenden Deckhengste wohl nachhaltig reduzieren!

Auch ist nicht jedes Pferd so sozial eingestellt, daß es gerne auf Tuchfühlung mit seinen Artgenossen wohnen möchte. Und manche sind auch einfach so unfreundlich, daß die anderen nicht mit ihnen auf Tuchfühlung leben möchten. Es gibt auch Pferde, die haben gerne ihren eigenen Bereich. Die können nur entspannen, wenn sie ihren ganz persönlichen Rückzugsort haben. Gerade rangniedrige Pferde legen sich z. B. oft zum Schlafen gar nicht hin, wenn andere Pferde ohne Trennwand in der Nähe sind. Außerdem gibt es auch unter Pferden Sympathien und Antipathien und ein Pferd, das den ganzen Tag gezwungen ist mit einem solchen Unsympath frei unter einem Dach zu verbringen, ohne diesem wirklich aus dem Weg gehen zu können, wird kein glückliches und entspanntes Leben führen können.

Für kranke Pferde, die sich aufgrund einer Verletzung oder Operation nicht frei bewegen dürfen ist eine Einzelbox eine meist unumgängliche Unterbringungsart, da nur in einer solchen die Bewegungsmöglichkeit kontrollierbar und somit eine sichere Genesung gewährleistet ist.

Einzelboxen haben also durchaus auch Vorteile, die man nicht unterschätzen sollte. Voraussetzung sind natürlich die Mindestanforderungen an Größe, Helligkeit, Luftigkeit und die Möglichkeit zum Sozialkontakt in Form von Gitterstäben und Ausguckmöglichkeiten zur Stallgasse und/oder nach draußen. Eine rundum verrammelte Einzelbox, in der die Pferde wie in einem Knast dahinvegetieren, sollte heutzutage nicht mehr anzutreffen sein.

Auch muß sichergestellt sein, daß die Pferde ausreichend Bewegung außerhalb ihrer Box erhalten in Form von Reiten, Führanlage, Paddock und/oder Weide.

Außenboxen

 

Außenboxen sind in der Regel die „Room-with-a-fiew“-Variante der Einzelbox, die dem Pferd einen freien Blick durch ein nach außen gerichtetes offenes Fenster ermöglicht und ihm somit etwas mehr Abwechslung bietet als eine Innenbox, die nur den Blick in die Stallgasse bietet.

Paddockboxen

 

Die Paddockbox ist die Erweiterung einer Innen- oder Außenbox durch eine vorgelagerte Terrasse. Dieser Paddock ist in der Regel etwa doppelt so groß wie die Box selbst und bietet dem Pferd die Möglichkeit selbständig zu entscheiden, ob es drinnen oder draußen stehen möchte. Im Prinzip eine schöne Sache, allerdings nicht für jedes Pferd. Hat man mehrere Pferde nebeneinander in Paddockboxen untergebracht muß man schon sehr gut entscheiden, welche Zossen man nebeneinander stellt. Denn auch hier gilt wieder: nicht Jeder kann mit Jedem! Und die Umzäunungen der Paddocks bestehen – bei den stabilen Varianten – aus Holz, Stangen oder Panels, manchmal aber auch nur aus Elektrolitzen, was ein nicht zu unterschätzendes Verletzungspotential mit sich bringt. In diesen Litzen bleiben Pferde mit Vorliebe mit den Füßen hängen, wenn sie quietschend nach ihrem Nachbarn ausschlagen, aber auch die stabilen Stangenvarianten halten einige nicht davon ab, ihre Füße darauf abzulegen oder dazwischen zu verheddern. Sei es durch Auskeilen mit der Hinterhand einzufädeln oder beim Steigen mit den Vorderfüssen mal rüberzulangen. Für Pferde, die zum Zanken neigen, sind solche Paddockboxen daher nur eingeschränkt empfehlenswert.

Und noch was ganz Wichtiges: Paddocks, die nicht breiter als eine Box sind, sollten nicht mit Sand, Hackschnitzeln oder sonstigen weichen Materialien ausgestreut sein. Darin wälzen Pferde sich nämlich gern und es besteht ebenfalls die Gefahr, daß sie im Zaun landen, was besonders bei Litzen-Einzäunung zu äußerst unschönen Verletzungen führen kann. Also immer einen festen Untergrund wählen, wie Pflaster, Rasengitter oder Paddockmatten, was die Pferde nicht zum Wälzen animiert.

Gruppenhaltung

Gruppenhaltung gibt es in diversen Varianten. Dies kann z. B. ein großer Laufstall sein, in dem die Pferde frei herumlaufen können. Wird besonders gerne für Stuten mit Fohlen oder auch für Absetzer und Jungpferde genutzt. Ist eine schöne Sache. Die jungen Pferde lernen Sozialverhalten, haben die Möglichkeit zum Körperkontakt (Fellchenkraulen) und haben mehr Bewegungsfreiheit als in einer Einzelbox. Außerdem liegen junge Pferde gerne „im Stapel“, während die älteren Modelle häufig auf „einer Armlänge“ Abstand bestehen.

Die Steigerung des Laufstalles ist der Offenstall. Hier ist an den Laufstall ein großer gemeinsamer Auslauf oder eine Weide angeschlossen, so daß die Pferde die Möglichkeit haben, sich auch im Freien aufzuhalten. Idealerweise sollte dieser Auslauf gut befestigt sein, damit die Pferde auch im Winter nicht im endlosen Schlamm versinken. Wenn man mehrere erwachsene Pferde zusammen in einem Offenstall hält, oder auch wenn die Zusammenstellung der Gruppe öfter mal wechselt ist es sinnvoll, wenn man den Stallbereich in mehrere offene Abteile trennt. Sonst steht „Mr. Protz“ genau in der Mitte des Stalls und läßt keinen Anderen rein und keiner darf ans Futter. Wir haben z. B. einen insgesamt 40 m langen Offenstall in 8 große offene Boxen geteilt und zwischen je 2 Boxen nochmal einen Trennzaun im Paddock gezogen, so daß 4 Einheiten entstanden sind, in denen wir die Pferde so zusammenstellen können, wie sie sich gut vertragen und auch die Rangniedrigen was zu Futtern bekommen.

Offenställe gibt es dann auch wieder in allen möglichen Varianten, die näher zu beleuchten den Rahmen dieses Blogs sprengen würde. Da gibt es Aktivställe mit getrennten Wohn-, Klo- und Essbereichen, welche mit „Hindernissen“, damit die Pferde gezwungen sind, sich zu bewegen usw. und so fort. Auch die Inneneinrichtung der Ställe kennt keine Grenzen. Von der einfachen Bretterbude bis hin zum Kronleuchter an der Decke, über goldene Pferdeköpfe und gekachelte Boxenwände bis hin zur Fußbodenheizung – es gibt Nichts, was es nicht gibt.

Ob der ganze Luxus den Pferden wichtig ist, bleibt dahingestellt. Wenn die die Wahl haben würden sie vermutlich die Bretterbude mit viel Platz und Auslauf dem goldenen Käfig vorziehen.

In diesem Sinne: Fröhliches Wohnen!

Ein Beitrag von Birgit Kanz

Written by: Marcel Kanz on 5. Dezember 2018

Zur „Bekleidung“ eines Pferdes sind sie fast nicht mehr wegzudenken: Bandagen, Gamaschen und Sprungglocken. Nahezu jedes Sportpferd trägt sie, aber auch im Freizeitbereich sieht man sie häufig. Wozu aber dient das „Beinkleid“ bei unseren vierbeinigen Sportpartnern?

Bandagen

Bandagen gibt es in allen Farben und zahlreichen Materialien. Sehr beliebt sind heutzutage die Polarfleecebandagen. Schön kuschelig weich und einfach anzulegen. Außerdem in Farben, die einem manchmal die Tränen in die Augen treiben. 🙂 Man legt sie an zum Training, beim Springen auch im Wettkampf (in der Dressur sind sie in der Prüfung nicht erlaubt) und natürlich in der Siegerehrung. Sieht schick aus! Am besten in weiß und in Kombination mit weißen Sprungglocken, das hat was! Auch bei Showvorführungen, Hengstpräsentationen usw. werden gerne weiße Beinkleider angelegt.

Vorsichtig sein sollte man mit Stretchbandagen. Diese sind sehr elastisch und werden leicht zu fest angelegt. Man sollte diese auch niemals ohne eine polsternde Unterlage verwenden, da man dem Pferd bei unsachgemäßem Anlegen leicht schmerzhafte Druckstellen zufügen kann und sogar Durchblutungsstörungen die Folge sein können. Und die landläufige Ansicht, daß man mit Bandagen die Sehnen stützen kann sollte inzwischen bei jedem als überholt angekommen sein. Bandagen dienen lediglich in geringem Maß zum Schutz vor Anschlagen, dürften aber ansonsten mehr in die Kategorie „Zierrat“ fallen.

Gamaschen

Gamaschen gibt es für vorne und hinten, in Hartschale, Neopren, Kunststoff usw. Mit einfachem oder doppeltem Klettverschluß, mit Steckverschluß oder Riemchen. Auch hier gilt: vor einem Beinbruch oder einer Sehnenverletzung schützen sie nur bedingt. Gamaschen sind allerdings etwas stabiler und dicker als Bandagen und bieten dadurch einen etwas stärkeren Schutz vor äußeren Verletzungen durch Anschlagen, bei Stürzen usw. Auch hier bietet der Markt an Ausführungen alles, was das Reiterherz begehrt. Besonders beliebt bei Dressurreitern sind die Modelle mit Bling-Bling, also mit Straßsteinchen oder Lack! 🙂

Sieht ja auch schön aus! Auch gern genommen werden die mit Fell ausgekleideten Modelle.
Es gibt einfache Modelle, die lediglich das Röhrbein des Pferdes schützen oder sogenannte Fesselkopfgamaschen, die auch den Fesselkopf mit einschließen oder sogar solche, an die eine Hufglocke mit angeschlossen ist, welche vor Ballentritten oder Fesselverletzungen schützen sollen. Diese sind besonders sinnvoll bei Pferden, die auf der Weide oder dem Paddock dazu neigen, die wilde Sau rauszulassen, da sie einen gewissen Schutz gegen Verletzungen durch Anschlagen mit den eigenen Beinen solcher Weideakrobaten bieten.

Stallbandagen oder -gamaschen

Bei Sportpferden ist es eine weit verbreitete Masche, die Pferde auch in der Box mit Bandagen oder Gamaschen zu versehen, die die Beine vor was auch immer schützen sollen. Bei Pferden, die zu starker Gallenbildung neigen, zum Schutz bei bestehenden Verletzungen oder Überbeinen oder bei Pferden, die in der Box viel Rambazamba machen, mag das noch einen gewissen Sinn haben, aber bei einem gesunden Pferd halte ich diese Maßnahme in der Regel für überflüssig.

Transportgamaschen

Wie der Name schon sagt, werden diese angelegt, wenn das Pferd von A nach B transportiert werden muß. Transportgamaschen sind immer eine sinnvolle Maßnahme, wenn ein Pferd fährt (:) ), da es immer mal zu unerwarteten Rumplern durch Bremsen, Kurven o. ä. kommen kann und das Pferd nicht schnell genug reagiert und sich ausbalanciert und sich dadurch an den Hängerwänden oder mit den eigenen Beinen anschlagen kann. Auch junge, noch unerfahrene Pferde kommen schnell mal aus dem Gleichgewicht und hauen sich die Haxen an. Transportgamaschen sind in der Regel sehr groß, gehen also über Sprunggelenk und Huf, werden meist mit Klettverschlüssen fixiert und sich aus stabilem, weichem und gut gepolstertem Material. Auch Hartschalengamaschen gibt es, die sind allerdings sehr steif und ähneln mehr einem Gipsverband als einer Gamasche und sind daher Geschmacksache.

Sprungglocken

Sprungglocken gibt es ebenfalls in verschiedenen Materialien und Ausführungen. Von Neopren über Gummi, mit Klett- oder Steckverschluß. Für Reiter, die auch schon mal im Dunkeln mit ihren Pferden unterwegs sind gibt es Glocken mit Reflektionsstreifen. Es gibt sie in hart oder weich, wasserabweisend, mit Fell und natürlich auch mit Bling-Bling und Lack.
Sie bieten einen bedingten Schutz vor Ballentritten, werden aber auch gerne einfach als schickes Accessoire angelegt.

Es gibt aber auch Pferde, die laufen ihr ganzes langes Pferdeleben lang ohne jeglichen Beinschutz über Stock und Stein und überleben es trotzdem :).

In diesem Sinne – viel Spaß beim Reiten!

Ein Bericht von Birgit Kanz

Written by: Marcel Kanz on 26. November 2018

Ein Gastbeitrag von Daniela Weber, Pferdeosteopathie

Winter is Coming – It´s Check up – Time

„Zack“ ist der Herbst da, und der Winter rollt mit riesigen Schritten auf uns zu.

Jetzt ist die Zeit gekommen, wo oft etwas mehr Ruhe und Zeit einkehrt.

Die Turniersaison ist (fast) vorbei  und auch für den Freizeitreiter bedeutet der Winter eine Umstellung.

Ich finde, jetzt ist die optimale Zeit, seine jährlichen Check-Up´s anzugehen.

Hierzu gehört die alljährliche Zahnkontrolle beim Pferd. Für die gesamte Balance und Leistungsfähigkeit des Pferdes ist eine perfekte Kiefer-/Zahnverbindung notwendig, z.B. kann eine Fehlstellung des Gebisses oder Kiefergelenkes die Bewegung des Zungenbeins behindern. Daraus können Verspannungen in der verbindenden Muskulatur entstehen.

Weiterführend kommt es zu Rittigkeitsproblemen. Um unnötige Belastungen für den Bewegungsapparat zu vermeiden, sollten mindestens einmal im Jahr die Zähne vom Tierarzt kontrolliert werden.

Ebenso gehört zum Check-Up auch die Sattelkontrolle. Der Reiter sollte regelmäßig seinen Sattel und den Rücken seines Pferdes kontrollieren und beobachten. Hat der Reiter das Gefühl, dass die Rückenmuskulatur und die Widerristmuskulatur abbaut, ist es höchste Zeit, den Sattler zu rufen. Auch wenn das Pferd während dem Satteln unruhig wird oder die Ohren anlegt etc., sollte der Sattel schnellstens geprüft werden. Um Probleme zu vermeiden, sollte der Sattel grundsätzlich einmal im Jahr von einem Sattler kontrolliert werden, bei jungen Pferden im Wachstum oder Pferden im Aufbautraining auch zweimal im Jahr.

Die Kontrolle der Trensengebisse sollte quasi täglich beim Trensen erfolgen! Gibt es scharfe Kanten oder ist es ausgeschlagen, sollte ein neues Gebiss herbei.

Sofern keine Probleme bestehen, ist zur Vorbeugung ein jährlicher Check-Up durch den Pferdeosteopathen sinnvoll. Kleinere Probleme / Baustellen schleichen sich oft unbemerkt ein, je früher man diese bemerkt und behebt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Chronifizierung und von Spätfolgen. Oft werde ich nach der osteopathischen Behandlung vom Pferdebesitzer gefragt: „Was kann ich tun, damit das Problem besser wird oder nicht mehr auftritt?“

Wenn die jährlichen Check-Up´s  wie Zahnkontrolle und Sattelkontrolle erfolgt sind und gegebenenfalls Probleme behoben wurden, spielt neben der optimalen Haltung und Fütterung die Muskulatur, Balance und Koordination des Pferdes eine große Rolle bei der Gesunderhaltung.

Sicher hat jeder Reiter schon einmal von der natürlichen Schiefe des Pferdes gehört. Die natürliche Schiefe ist von Geburt an vorhanden. Ein Pferd ohne Reiter, ohne Leistung in freier Natur, kommt gut mit dieser Schiefe zurecht. Aber sobald wir das Pferd reiten wollen oder Leistung in irgendeiner Form verlangen, müssen wir das Pferd gymnastizieren und gerade richten. Um unsere Pferde gesunderhaltend zu reiten, ist die Ausbildungsskala eine wichtige Stütze. Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung legen den Grundstein für jedes gut zu reitende Pferd.

Völlig unabhängig von der Reitdisziplin, ob Turnierreiter oder ambitionierter Freizeitreiter, ob reiner Geländereiter oder Fahrer, ob täglich geritten wird oder nur zweimal die Woche ins Gelände geritten wird, sobald wir von unserem Pferd Leistung verlangen, sind wir verpflichtet, unser Pferd nach dem Prinzip  der Ausbildungsskala auszubilden oder ausbilden zu lassen, um die Muskulatur zu trainieren, die Balance und Koordination zu fördern, und um das Pferd gerade zu richten. So erhalten wir unser Pferd gesund und können gemeinsam mit dem Pferd lange unser Hobby genießen.

Dies kann man natürlich reiterlich erreichen, aber genauso gibt es die Möglichkeit, dies auch vom Boden aus zu erreichen. Eine Möglichkeit hier ist die Equikinetic®.

Equikinetic® – Pferde effektiv longieren und trainieren

Equikinetic® ist ein intensives, reitweise übergreifendes Training, welches von jedem anwendbar ist. Es ist ein Intervalltraining, d.h. es ist eine Trainingsmethode, die durch abwechselnde Belastungs- und Erholungsphasen gekennzeichnet ist. Dadurch wird ein Trainingsreiz gesetzt. Diese Methode wird im Humansport schon lange eingesetzt.

In der Equikinetic® werden die Pferde in einer exakt vorgegebenen Quadratvolte in Dauerinnenstellung und Biegung, mit regelmäßigen, häufigen Handwechseln im Zeitintervall gearbeitet. Die Quadratvolte bietet dem Pferd einen vorgegebenen Weg. Dies ermöglicht eine korrekte  Laufanatomie und fördert die Geraderichtung.

Die blau/gelben Gassen  der Quadratvolte bieten dem Pferd einen Rahmen. Es kompensiert seine natürliche Schiefe nicht mehr durch das Ausscheren der Hinterhand, indem es auf die innere Schulter fällt. Genauso kann es auf der anderen Seite nicht mehr über die äußere Schulter weglaufen. Um „gerade“ um die Kurve zu kommen, muss das Pferd die Last auf  das innere Hinterbein nehmen und die Vorhand mit korrekter Stellung auf die Kreislinie eingestellt sein. Dies führt zur Aktivierung der Hinterhand.

Blau/Gelb sind übrigens die Farben, die Pferde erkennen. Pferde sind sogenannte  „Dichromaten“, d.h. sie sehen alles in Grauschattierungen, außer Blau und Gelb. Diese Farben können sie als Farben erkennen. Dieser Farbreiz hilft dem Pferd zusätzlich, da das Gehirn vermehrt aktiviert wird.

Diese Arbeit in der Quadratvolte findet ausschließlich im Schritt und Trab statt, nach einem festgelegten Plan  und am Kappzaum, da so das Genick des Pferdes am besten gestellt werden kann. Dies mit Gebiss zu machen, wäre hier absolut fehlerhaft und kontraproduktiv. Im Schritt wird über dem sogenannten  Komforttempo gearbeitet und im Trab unter dem Komforttempo.

Hier gilt Takt vor Tempo.

Wie schon erwähnt, findet das Training im Intervall statt, in einem vorgegebenen, festgelegten Zeitintervall. Zu Anfang beginnt man mit 8 Arbeitsphasen, mit je 1 Minute Belastung und 30 Sek. Erholung. Dieses wird je nach Pferd und Trainingszustand dann vorgegeben gesteigert. Gesteigert wird bis zu 16 Einheiten mit je 90 Sek., wann in die nächste Stufe gewechselt wird, hängt vom Pferd ab. Wichtig ist auch hier, unbedingt die Pause zu erwähnen. In der Pause  wächst der Muskel, viele Reiter, die viel trainieren, haben manchmal das Problem, dass die Pferde trotz Training  keine Muskulatur aufbauen und sogar abbauen. Oft liegt es an der fehlenden Pause.

Mit dem Training werden Wachstumsreize gesetzt, da wir von der Muskulatur ungewohnte Arbeit verlangen. Wir müssen der Muskulatur Zeit lassen, damit sie sich erholen, wachsen und sich auf die nächste Belastung vorbereiten kann. Durch die ungewohnte Belastung entstehen kleine Muskelfaserrisse. Der Körper braucht  48 Stunden, um diese zu reparieren. Um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen, bereitet sich der Muskel auf eine erneute Belastung vor und wächst. Deshalb ist die Pausenzeit so wichtig.

Daher sollte die Pause nach einem Training  48 Stunden sein. Diese Pause  könnte so aussehen, dass  Ihr Pferd nur einen Weidetag hat  oder dass sie eine gemütliche Runde ins Gelände reiten, an der Hand spazieren gehen, etc.

Wichtig ist während des Trainings auf Anzeichen der Überforderung zu achten. Equikinetic® ist nicht zu unterschätzen. Die ständige Konzentration und unter Spannung die Muskulatur zu arbeiten, fordert das Pferd ungemein. Anzeichen der Überforderung können sein:  das Pferd verwirft sich, läuft mit der Nase im Sand, stolpert häufig, etc. Bei diesem Zeichen sollte man die Einheit beenden. Zu Anfang kann das Pferd  auch Muskelkater bekommen.

Equikinetic® ist für jedes Pferd sinnvoll. Für das junge  ungerittene Pferd, um Muskulatur aufzubauen, um es so auf das Reiten vorzubereiten. Für das Rehapferd, welches dringend Muskulatur benötigt, um vollständig zu genesen. Alte Pferde werden geistig und körperlich fit gehalten. Sportpferde profitieren genauso wie das Freizeitpferd, womit  wir wieder bei der Ausbildungsskala wären:

Abwechslungsreiches Training motiviert das Pferd.

Ich könnte noch seitenweise über die Equikinetic® schreiben. Aber ich hoffe, ich konnte Ihnen die Vorteile dieses Trainings etwas näher bringen. Außerdem ergänzt es wundervoll die Winterarbeit und kann neben dem eigentlichen Training hervorragend für Abwechslung sorgen. Vergessen sie nur nicht die Pausen.

Haben Sie Fragen, sprechen Sie mich gerne an!

Written by: Marcel Kanz on 12. November 2018

Pferde eindecken – Ja? Nein? Vielleicht? Und Womit?

 

Der Sommer ist vorbei, die Tage werden kürzer, das Wetter (leider) schlechter. Kälte und Nässe halten Einzug und wir holen unsere warmen Winterjacken aus dem Kleiderschrank.

Aber wie halten wir es mit unseren Pferden? Müssen sie auch einen warmen „Wintermantel“ anbekommen oder reicht das natürliche Fell?

Eine allgemeingültige Antwort hierzu gibt es nicht! Es kommt immer auf die Umstände an:

– Hat das Pferd ein von Natur aus sehr kurzes, dünnes Fell?

– Zählt das Pferd eher zur Kategorie „Plüschtier„?

– Steht das Pferd im warmen Stall, Offenstall oder sogar ganzjährig im Freien?

– Wird das Pferd geschoren?

– Wird das Pferd so gearbeitet, daß es schwitzt?

– Werden nur gemütliche Ausritte im Winter gemacht?

Auch diese Fragen kann man nicht pauschal beantworten. Man muß immer die individuellen Gegebenheiten mit berücksichtigen.

Unterbringung, Rasse, Fellzustand, Arbeitspensum usw.

Das Plüschtier

 

Ein zur Kategorie „Plüschtier“ zählendes Pferd, das im Offenstall steht und nur zu gemütlichen Ausritten in den Wintermonaten eingesetzt wird, wird man nicht eindecken müssen. Das Pferd wird durch sein natürliches, dichtes Fell genügend vor Kälte und Nässe geschützt. Die natürliche Temperaturregulation funktioniert bei Pferden hervorragend, weshalb Pferde viel unempfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen, aber vor allem gegen niedrigere Temperaturen sind als wir „Weicheier“. 🙂 Auch sollte man ein solches Pferd im Winter nicht übermäßig putzen, um nicht die natürliche Fettschicht, die ebenfalls vor Kälte und Nässe schützt zu entfernen.

Lieber dreckig als kalt ist hier die Devise!

Marke Vollblut

Selten gibt es Pferde, die ganzjährig im Offenstall oder draußen gehalten werden, die trotz der ständigen Temperaturreize kein wirklich dichtes Winterfell entwickeln. Mit trockener Kälte werden auch solche Exemplare gut zurechtkommen, aber wenn sie häufiger Nässe ausgesetzt sind und nicht die generelle Möglichkeit haben, sich dann unterzustellen, können diese Pferde schon mal frieren, da das Fell die Nässe nicht komplett abwehren kann. Solchen Pferden kann man dann mit einer dünnen, ungefütterten Regendecke das Leben erleichtern. Diese Decken halten nicht warm, verhindern aber eine Durchnässung, was Pferde genauso wenig mögen wie wir.

Scheren: Ja oder Nein

Will man sein Pferd auch im Winter sportlich einsetzen und regelmäßig so trainieren, daß es zum Schwitzen kommt gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein Pferd, das in einem „warmen“ Stall steht und nicht zu einem teddyartigen Fell neigt, kann man z. B. mit einer dünnen Stall- oder Übergangsdecke ohne oder mit wenig Futter eindecken, damit das Fell dünn bleibt und das Pferd in der Arbeit nicht übermäßig schwitzt. Neigt das Pferd trotz warmem Stall dazu sich auf die nächste Eiszeit vorzubereiten und ein Fell Marke „Grizzly“ auszubilden ist die vernünftigste Lösung das teilweise oder komplette Scheren des Pferdes. Es ist nämlich auch nicht gesund, ein Pferd mit dickem Pelz naß zu reiten und es damit ständig zu überhitzen. Das wäre, wie wenn wir mit dickem Wintermantel Sport treiben würden. Abgesehen davon, daß man ein dickes,  nasses Fell nur sehr langsam wieder trocken bekommt.

Welche Decke ist die Richtige?

Ein geschorenes Pferd muß eingedeckt werden, da der natürliche Kälteschutz in Form des Felles bei ihm entfernt wurde. Hier gibt der Markt alles her, was das Herz begehrt. Gefütterte und ungefütterte Decken in allen Dicken, Materialien und Ausführungen. Outdoordecken, Stalldecken, wasserdicht, atmungsaktiv und so weiter und so fort.

Die Stalldecke

Aber auch ein geschorenes Pferd sollte man mit Vernunft eindecken. Einem Pferd, das in einem Stall steht, der deutlich wärmer als die Außentemperatur ist, kann man mit einer dicken gefütterten Decke keinen Gefallen tun. Steht es aber in einem kalten Stall oder gar in einem gut belüfteten Offenstall oder einer Paddockbox, ist bei einem geschorenen Pferd eine etwas dickere, wärmere Decke womöglich gut angebracht. Hat das Pferd Zugang ins Freie sollte diese auch wasserdicht oder wenigsten stark wasserabweisend sein. Immer ist zu kontrollieren, ob diese Wasserdichtigkeit auch wirklich gegeben ist, denn es gibt nichts Schlimmeres, als mit einer durchnässten Decke in der Kälte zu stehen.

Die Abschwitzdecke

Zum Schluß müssen wir noch über Abschwitzdecken reden. Diese gibt es ebenfalls in den unterschiedlichsten Materialien und Ausführungen und sind generell eine gute Sache.

Egal, ob Plüschtier, Marke Vollblut oder geschoren: hat ein Pferd geschwitzt sollte man es bei kalten Außentemperaturen nicht einfach so in den Stall stellen. Komplettes Trockenreiten scheitert häufig an der dafür anzusetzenden Zeit. Ein Solarium, das den Trocknungsvorgang beschleunigt steht auch nicht überall zur Verfügung. Daher ist eine Abschwitzdecke hier eine sinnvolle und zeitsparende Variante, um den vierbeinigen Partner wieder trocken zu bekommen. Sie sollte auf jeden Fall eine gute Abschwitzfunktion haben, das heißt, die aufgenommene Feuchtigkeit soll zügig an die Oberfläche transportiert werden, wo sie dann verdunsten kann. Mit Hilfe solcher Decken sind die Pferde in relativ kurzer Zeit wieder trocken und können dann entweder „nackt“ oder mit ihren üblichen Stalldecken wieder in ihre Unterkunft entlassen werden.

Wer die Möglichkeit hat, sein verschwitztes Pferd nach dem Reiten in trockenem Sand wälzen zu lassen, beschleunigt diesen Trocknungsvorgang damit noch zusätzlich, da der Sand eine Menge Feuchtigkeit aufnimmt, der dann durch Schütteln aus dem Fell des Pferdes entfernt wird.

Und noch was Kluges zum Schluß!

Für alle Decken gilt eine gemeinsame Regelung: immer nur soviel wie nötig!

Das heißt: ein Pferd ist kein Mensch, der es gern kuschelig warm hat. Häufig sieht man gerade bei Sportpferden das übertriebene Eindecken mit zwei oder gar mehreren Decken. Die Haut kann dann nicht mehr atmen, egal wie atmungsaktiv die Decken sein mögen. Die Pferde schwitzen häufig unter ihren Deckenstapeln, was sie sicher nicht als angenehm empfinden. Deshalb immer darauf achten, daß die Pferde unter der Decke trocken sind und die Decke lediglich als Ersatz für fehlendes Fell oder als Schutz vor Nässe anzusehen ist.

In diesem Sinne: einen fröhlichen Winter!