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Written by: Marcel Kanz in 28. März 2019

Endlich!!! Bald ist es wieder soweit: der Frühling ist da und unsere Pferde dürfen endlich wieder raus auf die Weide. Nach dem langen Winter können die meisten es gar nicht mehr erwarten, endlich wieder Gras unter den Hufen zu spüren und mal so richtig abzuknattern.

Aber sind da alle Pferde gleich? Wollen die alle wirklich einfach nur den ganzen Tag auf der Wiese rumlungern, egal bei welchem Wetter? Im nachfolgenden Beitrag nehme ich mal die unterschiedlichen Pferdetypen, die mir bisher so begegnet sind, genauer unter die Lupe.

Der Wikinger

Der Wikinger ist so ein richtiger Naturbursche. Am liebsten ist er rund um die Uhr draußen auf der Wiese und pfeift auf Abwechslung durch Unterhaltung oder gar Arbeit. Dem Wikinger ist es völlig egal, welches Wetter herrscht, welche Temperaturen, oder ob er von Schwärmen von Stechfliegen aufgefressen wird. Hauptsache draußen und grasen. Wenn ein gewaltiger Regenschauer kommt dreht der Wikinger bestenfalls sein Hinterteil gegen den Wind, läßt die Ohren hängen, damit das Wasser besser abfließen kann, und wartet einfach, bis der Spuk vorbei ist. Den stellt man am besten vor Sonnenaufgang raus und holt ihn bei Mondschein wieder rein. Ist er völlig zufrieden mit. Wikinger sind häufiger bei – im übertragenen Sinne – etwas dickfelligeren Vertretern ihrer Rasse anzutreffen. Die blütrigeren Exemplare habens meist nicht so mit dem Dauercampen.

Der Stubenhocker

Das Gegenteil vom Wikinger ist der Stubenhocker. Der freut sich schon, wenn er raus darf, ABER: es muß alles stimmen. Es darf nicht zu warm sein und auch nicht zu kalt. Regen geht gar nicht und Fliegen sind ein absolutes No Go. Der Stubenhocker wohnt am liebsten in einem gut geschützten Offenstall mit Zugang zur Weide und entscheidet dann selbst, wann es ihm genehm ist, nach draußen zu gehen. Außerdem muß immer eine Fluchtmöglichkeit in einen geschützten Raum vorhanden sein. Wenn der Stubenhocker das noch weit entfernte Summen einer Fliege hört gerät er meist schon in Alarmbereitschaft und hält sich mißtrauisch nur noch in der Nähe seiner Fluchtbehausung auf, damit er diese schnellstmöglich aufsuchen kann, sofern die Fliege es wagt, sich ihm auf mehr als eine Armlänge Abstand zu nähern. Das Gleiche gilt für Regen. Beim ersten Tropfen wird im wilden Galopp die Wiese durchquert, allerdings nicht aus Lebensfreude, sondern um so schnell es geht, den rettenden Unterstand aufzusuchen. Dort steht er dann tief ausatmend drin und ist froh, dem drohenden Unheil gerade noch mal so entkommen zu sein.

Der Pünktliche

Der Pünktliche hat eine hervorragend funktionierende innere Uhr und kann eine ganz schöne Nervensäge sein. Wenn man den am 1. Mai um 8.05 Uhr das erstemal in diesem Jahr auf die Weide bringt und um 11.55 Uhr wieder reinholt, dann möchte er bitte, daß das ab diesem Tag JEDEN Tag genau so abläuft.

Und wehe, man ist dann mal erst um 8.06 Uhr zur Stelle. Da wird geklopft und geblubbert, man wird mit vorwurfsvollen Blicken verfolgt und energisch aufgefordert, jetzt ENDLICH das arme Pferd auf die Wiese zu bringen. Das Gleiche gilt fürs Reinholen. Bereits um 11.45 Uhr wird die Nähe des Tors aufgesucht, ab 11.50 Uhr wird hin und her getigert, und wenn man es dann immer noch nicht kapiert hat, dann gibts Krawall. Die etwas nervigeren Typen fangen dann an zu rennen. Immer in der gleichen Spur am Zaun entlang. Mit schwungvollem Bremsen am Tor. Gerne werden bei dieser Gelegenheit angelegte Sprungglocken – oder auch mal ein Hufeisen – durch die Gegend geschossen.

Die gemütlichere Variante fängt an, das Tor zu malträtieren. Schön mit den Füßen rein und ziehen. Ganz knallharte Typen kommen auch unter Umständen alleine heim. Entweder durch einen beherzten Sprung über den Zaun oder durch bulldozermäßiges Einrennen des Tors.

Wenn man also nicht ständig Zäune reparieren, Eisen suchen oder zerschrammte Pferdebeine verarzten will, sollte man bei den Pünktlichen darauf achten, ebenfalls pünktlich zu sein.

In diesem Sinne – einen schönen (Weide)-Sommer!

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