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Written by: Marcel Kanz in 29. Oktober 2018

Mein Pferd bockt – was tun?
Wer kennt es nicht und wer fürchtet es nicht?
Ein bockendes Pferd.

Ursachen & Anlässe

Ursachen gibt es viele – von medizinischen Gründen, Widersetzlichkeit und falschem Equipment über Frechheit oder simples Erschrecken.
Handelt es sich um regelmäßiges Bocken, hat es auf jeden Fall Priorität, die Ursache ausfindig zu machen, gerade, wenn es eventuell einen medizinischen Grund hat.
Daraufhin sollte sich der Reiter logisch mit dem Thema auseinander setzen, um solche Situationen entweder zu vermeiden oder dem Pferd genügend Vertrauen zu geben, dass es keinen Grund mehr zum Bocken sieht.
Wir möchten uns heute jedoch damit beschäftigen, wie der Reiter reagieren sollte, wenn sein Pferd bockt.

Das richtige „Management“ im Vorfeld

Wichtig ist, dass Pferde richtig – also entsprechend ihren Bedürfnissen, die sich aus Charakter, Exterieur und Trainingsstand ergeben – versorgt sind.
Fragen, die man sich beispielsweise stellen sollte, sind: „Füttere ich zu viel und mein Pferd hat dadurch überschüssige Energie?“, „Ist mein Pferd ausgeglichen? Oder steht es zu viel rum, hat vielleicht zu wenig Abwechslung?“.

Das Ablongieren

Auf jeden Fall ist der erste und meist immer richtige Schritt, solche Pferde vor dem Reiten abzulongieren. Ganz besonders dann, wenn ein Pferd von Natur aus zu viel Energie oder Probleme mit dem Sattel in Richtung „Sattelzwang“ hat.
Wenn die erste Energie raus und das Pferd durch das longieren warm und locker ist, kann geritten werden.

Die Situation meiden

Wichtig ist es, genau die Situation zu meiden, in der das Pferd bockt.
Passiert dies immer an dem gleichen Ort, muss ich mich dieser Stelle langsam annähern und Vertrauen schaffen.
Reagiert das Pferd vielleicht bei entgegenkommenden Pferden, muss ich versuchen, solche Situationen zu vermeiden und schauen, dass ich mich weitestgehend auf der gleichen Hand wie die anderen Reiter bewege.

Während das Pferd bockt: Ruhe bewahren!

Keine Panik! Wildes Schreien oder herumfuchteln verschlimmert die Situation immer.
Das hinzuziehen eines Trainers sollte sowieso selbstverständlich sein – schafft es besonders in diesem Fall das nötige Vertrauen in sich selbst, um die Situation bewältigen zu können.
Natürlich muss ich vorne in die Zügel greifen und versuchen, das Bocken zu unterbinden. Wenn das Pferd aber in das Gebiss beißt und nur dagegen zieht, ist es wichtig, einmal loszulassen und „neu“ zu kommen.
Soweit es irgendwie möglich ist, muss man versuchen, die Ruhe zu bewahren und das Bocken zu unterbinden.
Gute Mittel dazu sind z.B. das Pferd in eine Wendung zu bringen.
Der richtige Reflex und das Mittel in der ersten Sekunde des Bockens ist es, zu versuchen, den Kopf des Pferdes soweit wie möglich nach oben zu ziehen
Das Wort „ziehen“ ist bewusst so formuliert.

Egal, ob das Pferd mutwillig oder aus anderen Gründen bockt: die Arbeit, das Bocken zu unterbinden, hat art- und sachgerecht zu erfolgen, also mit Ruhe und Gefühl.
In dem Moment aber, wo ein Pferd bockt, hat Mitleid oder Einfühlungsvermögen nicht immer seinen Platz, denn hier geht es um die Gesundheit – und manchmal gar um das Leben – des Reiters.

Daher gilt es: Maßnahmen wie „anhalten“ oder „Kopf hochziehen“ sind mit so wenig Aufwand wie möglich durchzuführen, aber auf jeden Fall mit so viel Aufwand, dass ein Ergebnis erfolgt!
Man kann sich nach dem Bocken beim Pferd für eine harte Hand bzw. Einwirkung entschuldigen.
Aus dem Krankenhaus oder dem Grab heraus nicht mehr!

Die Angst

Natürlich sitzen nicht nur Bereiter auf bockenden Pferden.
Für den Amateur ist es oftmals ein Schreckensmoment, wenn das sonst so brave Pferd das erste Mal wirklich bockt.
Hier gibt es natürlich diejenigen, die das jedoch gut bewältigen können und vielleicht allgemein zu den „mutigeren“ Reitern zählen.
Es gibt jedoch auch viele Reiter, die erst spät in ihrer sportlichen Laufbahn zu Pferden finden, die dann auch solche Unarten zeigen. Die Ausbildung des Reiters kann auch bereits weit fortgeschritten sein und trotzdem, ist das Bocken auf einmal ein ganz neues „Erlebnis“.
Gerade im Erwachsenenalter kann dies beängstigend sein – man stellt sich die Frage, was alles bei einem Sturz passieren könnte.
Kommt es dann zum Sturz oder sogar mehreren, ist sie oft da: die Angst.

Und was gibt es schlimmeres, als Angst vor dem Aufsteigen auf das eigene Pferd zu haben?
Wichtig ist, diese zu akzeptieren und darüber zu sprechen – auch mit dem Trainer.
Lässt man sich bei dem Problem (zunächst) durch einen Bereiter unterstützen,
jemand der es gelernt hat, solche Situationen professionell zu managen,
ist dies eine gute Hilfe.

Mit der Zeit wird man sehen, dass sich eine Verbesserung abzeichnet und man wieder Vertrauen aufbaut.
Natürlich ist dies mit Arbeit und auch manchmal etwas Überwindung verbunden – aber, wenn dies bedeutet, wieder entspannt mit seinem Pferd trainieren zu können, ist es das doch auf jeden Fall wert.

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