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Written by: Marcel Kanz in 5. Januar 2019

Ein Gastbeitrag von Sonja Wegener Reitausbildung

Training – Was ist das eigentlich?

Einfach ausgedrückt ist Training die planmäßige und systematische Realisation von Trainingsinhalten zur Erreichung von Zielen im Sport. Mit gezieltem nachhaltigem Training erreichen wir eine Funktionsverbesserung aller Systeme im Organismus: Das Herz-Kreislauf-System und die Schweißbildung wird verbessert und genauso eine effiziente Energieversorgung und -nutzung der Muskulatur, um die damit verbundene Ermüdung der Muskeln herauszuzögern.

Bevor ich mir Gedanken über einen geeigneten Trainingsplan für mein Pferd mache, muss ich mir ein Bild über den allgemeinen Gesundheits-, Ernährungs- und Pflegezustand machen. Woran erkenne ich ein gut trainiertes gesundes Pferd? Zunächst ein mal betrachte ich das äußere Erscheinungsbild und stelle mir einige Fragen: Glänzt das Fell oder ist es matt? Wie ist der Ernährungszustand? Passt es zum Typ Pferd, oder ist das Pferd zu dünn oder zu dick? Ist das Pferd schon ausreichend bemuskelt, d.h. dem Ausbildungsstand und Alter entsprechend? Hat das Pferd Vorerkrankungen und was weiß ich über das bisherige Training?

Im besten Fall mache ich einen Gesundheitscheck in Zusammenarbeit mit meinem Tierarzt (Blutblid und Kontrolle der Zähne und des Herz-Kreislauf-Systems) und Schmied und gerne auch Physiotherapeut bevor ich mit gezieltem Aufbautraining beginne. Grundvoraussetzung ist natürlich auch die passende Ausrüstung.

Grundausbildung- und Leistungstraining

 

Ausbildung des Pferdes ist auch gleichzeitig Training des Pferdes. In der Grundausbildung werden dem Pferd Kenntnisse und Fähigkeiten wie z.B. die Hilfengebung des Menschen zu verstehen, vermittelt. Bilde ich mein Pferd im Sinne der klassischen Reiterei aus, ergibt sich der systematische Aufbau durch die Skala der Ausbildung (Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten, Versammlung). Der Ausbildungsstand lässt sich durch die Inhalte und Anforderungen der Klassen E bis S feststellen. Bei stetiger Ausbildung erfolgt ein fließender Übergang von Grundausbildung zum Leistungstraining. Im Leistungstraining erfolgt die Anpassung des Körpers an hohe und höchste Leistungsanforderungen. Analog den Anforderungen an die Klassen und dem damit verbundenen Ausbildungsstand, wird die Entwicklung von Schub- und Tragkraft stetig gesteigert.

Wie plane ich mein Training?

 

  • Was möchte ich erreichen? Erreichbare Ziele festlegen: das kann ein Prüfung auf einem Turnier sein, ein Lehrgang an dem ich teilnehmen und gut vorbereitet sein möchte, Reitabzeichen oder auch das Ziel im Gelände einen Berg hoch zu galoppieren.
  • Rechtzeitig mit dem Training beginnen.
  • Oberstes Gebot: Förderung der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft immer unter dem Aspekt der ethischen Grundsätze und der Beachtung der Gesundheit des vierbeinigen Partners
  • Kontinuität! regelmäßiges Training ohne längere Unterbrechung
  • Sich selbst kontrollieren z.B. durch Trainingstagebuch, Videoanalyse, und mit Hilfe eines Trainers (Reitunterricht)
  • die psychische Verfassung optimieren, denn nur wer mental gut drauf ist wird auch entsprechend gute Leistung bringen und im entscheidenden Moment auch abrufen können. Bedeutet für uns: Vertrauen des Pferdes zum Reiter fördern, Ängste abbauen, Ausgeglichenheit schaffen, Abwechslung bieten. Den Partner Pferd motiviert, aufmerksam und freudig halten.
  • Jedes Training muss individuell auf das Pferd-Reiter-Paar abgestimmt sein: Belastungsintensität, -dauer, -umfang und -häufigkeit der Trainingseinheiten werden für einen bestimmten Zeitraum festgelegt und nach und nach erhöht. Lasst Euch von erfahrenen Trainern beraten und coachen.
  • Es ist wichtig einen Zyklus von Belastung und Erholung einzuhalten, um eine Anpassung des Organismus an das Training zu erzielen. Nach großen Anstrengungen muss es auch immer aktive Erholungsphasen geben.

Achtung vor Überforderung

 

Wer ein Pferd trainiert muss auch Anzeichen von Überforderung erkennen können. Häufig sind Widerstand und Verweigerung ein Anzeichen von Überforderung oder Übermüdung, genauso aber auch Teilnahmslosigkeit oder Lethargie. Bei häufiger Nervosität, Angst und Durchfall, Muskelzittern, übermäßiges Schwitzen oder auffallende Konzentrationsschwäche sollte das Training überdacht werden. Überforderung in der Ausbildung sollte unbedingt vermieden werden u.a. auch um Schäden am Bewegungsapparat zu vermeiden.

Wer bis hierhin gelesen hat wird feststellen, dass das Training eines Pferdes eine hochkomplexe Angelegenheit ist und sich jetzt wahrscheinlich fragen, ob er sich dieser Planung schon ausreichend gestellt hat. Nicht gleich den Kopf in den Sand stecken, probiert es doch mal aus und führt ein Trainingstagebuch und schreibt Euch auf wie viele Minuten ihr euer Pferd am Tag in den verschiedenen Gangarten bewegt, auf welchen Böden ihr reitet, ob es dabei stark schwitzt oder gar nicht schwitzt. Ob Dressur, Springen, Longe, Bodenarbeit oder Gelände und wie es sich dabei verhält. Das verschafft einen Überblick und ihr werdet merken, dass ihr euren vierbeinigen Partner in ein paar Wochen noch besser kennen gelernt habt.

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