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Written by: Marcel Kanz in 26. November 2018

Ein Gastbeitrag von Daniela Weber, Pferdeosteopathie

Winter is Coming – It´s Check up – Time

„Zack“ ist der Herbst da, und der Winter rollt mit riesigen Schritten auf uns zu.

Jetzt ist die Zeit gekommen, wo oft etwas mehr Ruhe und Zeit einkehrt.

Die Turniersaison ist (fast) vorbei  und auch für den Freizeitreiter bedeutet der Winter eine Umstellung.

Ich finde, jetzt ist die optimale Zeit, seine jährlichen Check-Up´s anzugehen.

Hierzu gehört die alljährliche Zahnkontrolle beim Pferd. Für die gesamte Balance und Leistungsfähigkeit des Pferdes ist eine perfekte Kiefer-/Zahnverbindung notwendig, z.B. kann eine Fehlstellung des Gebisses oder Kiefergelenkes die Bewegung des Zungenbeins behindern. Daraus können Verspannungen in der verbindenden Muskulatur entstehen.

Weiterführend kommt es zu Rittigkeitsproblemen. Um unnötige Belastungen für den Bewegungsapparat zu vermeiden, sollten mindestens einmal im Jahr die Zähne vom Tierarzt kontrolliert werden.

Ebenso gehört zum Check-Up auch die Sattelkontrolle. Der Reiter sollte regelmäßig seinen Sattel und den Rücken seines Pferdes kontrollieren und beobachten. Hat der Reiter das Gefühl, dass die Rückenmuskulatur und die Widerristmuskulatur abbaut, ist es höchste Zeit, den Sattler zu rufen. Auch wenn das Pferd während dem Satteln unruhig wird oder die Ohren anlegt etc., sollte der Sattel schnellstens geprüft werden. Um Probleme zu vermeiden, sollte der Sattel grundsätzlich einmal im Jahr von einem Sattler kontrolliert werden, bei jungen Pferden im Wachstum oder Pferden im Aufbautraining auch zweimal im Jahr.

Die Kontrolle der Trensengebisse sollte quasi täglich beim Trensen erfolgen! Gibt es scharfe Kanten oder ist es ausgeschlagen, sollte ein neues Gebiss herbei.

Sofern keine Probleme bestehen, ist zur Vorbeugung ein jährlicher Check-Up durch den Pferdeosteopathen sinnvoll. Kleinere Probleme / Baustellen schleichen sich oft unbemerkt ein, je früher man diese bemerkt und behebt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Chronifizierung und von Spätfolgen. Oft werde ich nach der osteopathischen Behandlung vom Pferdebesitzer gefragt: „Was kann ich tun, damit das Problem besser wird oder nicht mehr auftritt?“

Wenn die jährlichen Check-Up´s  wie Zahnkontrolle und Sattelkontrolle erfolgt sind und gegebenenfalls Probleme behoben wurden, spielt neben der optimalen Haltung und Fütterung die Muskulatur, Balance und Koordination des Pferdes eine große Rolle bei der Gesunderhaltung.

Sicher hat jeder Reiter schon einmal von der natürlichen Schiefe des Pferdes gehört. Die natürliche Schiefe ist von Geburt an vorhanden. Ein Pferd ohne Reiter, ohne Leistung in freier Natur, kommt gut mit dieser Schiefe zurecht. Aber sobald wir das Pferd reiten wollen oder Leistung in irgendeiner Form verlangen, müssen wir das Pferd gymnastizieren und gerade richten. Um unsere Pferde gesunderhaltend zu reiten, ist die Ausbildungsskala eine wichtige Stütze. Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung legen den Grundstein für jedes gut zu reitende Pferd.

Völlig unabhängig von der Reitdisziplin, ob Turnierreiter oder ambitionierter Freizeitreiter, ob reiner Geländereiter oder Fahrer, ob täglich geritten wird oder nur zweimal die Woche ins Gelände geritten wird, sobald wir von unserem Pferd Leistung verlangen, sind wir verpflichtet, unser Pferd nach dem Prinzip  der Ausbildungsskala auszubilden oder ausbilden zu lassen, um die Muskulatur zu trainieren, die Balance und Koordination zu fördern, und um das Pferd gerade zu richten. So erhalten wir unser Pferd gesund und können gemeinsam mit dem Pferd lange unser Hobby genießen.

Dies kann man natürlich reiterlich erreichen, aber genauso gibt es die Möglichkeit, dies auch vom Boden aus zu erreichen. Eine Möglichkeit hier ist die Equikinetic®.

Equikinetic® – Pferde effektiv longieren und trainieren

Equikinetic® ist ein intensives, reitweise übergreifendes Training, welches von jedem anwendbar ist. Es ist ein Intervalltraining, d.h. es ist eine Trainingsmethode, die durch abwechselnde Belastungs- und Erholungsphasen gekennzeichnet ist. Dadurch wird ein Trainingsreiz gesetzt. Diese Methode wird im Humansport schon lange eingesetzt.

In der Equikinetic® werden die Pferde in einer exakt vorgegebenen Quadratvolte in Dauerinnenstellung und Biegung, mit regelmäßigen, häufigen Handwechseln im Zeitintervall gearbeitet. Die Quadratvolte bietet dem Pferd einen vorgegebenen Weg. Dies ermöglicht eine korrekte  Laufanatomie und fördert die Geraderichtung.

Die blau/gelben Gassen  der Quadratvolte bieten dem Pferd einen Rahmen. Es kompensiert seine natürliche Schiefe nicht mehr durch das Ausscheren der Hinterhand, indem es auf die innere Schulter fällt. Genauso kann es auf der anderen Seite nicht mehr über die äußere Schulter weglaufen. Um „gerade“ um die Kurve zu kommen, muss das Pferd die Last auf  das innere Hinterbein nehmen und die Vorhand mit korrekter Stellung auf die Kreislinie eingestellt sein. Dies führt zur Aktivierung der Hinterhand.

Blau/Gelb sind übrigens die Farben, die Pferde erkennen. Pferde sind sogenannte  „Dichromaten“, d.h. sie sehen alles in Grauschattierungen, außer Blau und Gelb. Diese Farben können sie als Farben erkennen. Dieser Farbreiz hilft dem Pferd zusätzlich, da das Gehirn vermehrt aktiviert wird.

Diese Arbeit in der Quadratvolte findet ausschließlich im Schritt und Trab statt, nach einem festgelegten Plan  und am Kappzaum, da so das Genick des Pferdes am besten gestellt werden kann. Dies mit Gebiss zu machen, wäre hier absolut fehlerhaft und kontraproduktiv. Im Schritt wird über dem sogenannten  Komforttempo gearbeitet und im Trab unter dem Komforttempo.

Hier gilt Takt vor Tempo.

Wie schon erwähnt, findet das Training im Intervall statt, in einem vorgegebenen, festgelegten Zeitintervall. Zu Anfang beginnt man mit 8 Arbeitsphasen, mit je 1 Minute Belastung und 30 Sek. Erholung. Dieses wird je nach Pferd und Trainingszustand dann vorgegeben gesteigert. Gesteigert wird bis zu 16 Einheiten mit je 90 Sek., wann in die nächste Stufe gewechselt wird, hängt vom Pferd ab. Wichtig ist auch hier, unbedingt die Pause zu erwähnen. In der Pause  wächst der Muskel, viele Reiter, die viel trainieren, haben manchmal das Problem, dass die Pferde trotz Training  keine Muskulatur aufbauen und sogar abbauen. Oft liegt es an der fehlenden Pause.

Mit dem Training werden Wachstumsreize gesetzt, da wir von der Muskulatur ungewohnte Arbeit verlangen. Wir müssen der Muskulatur Zeit lassen, damit sie sich erholen, wachsen und sich auf die nächste Belastung vorbereiten kann. Durch die ungewohnte Belastung entstehen kleine Muskelfaserrisse. Der Körper braucht  48 Stunden, um diese zu reparieren. Um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen, bereitet sich der Muskel auf eine erneute Belastung vor und wächst. Deshalb ist die Pausenzeit so wichtig.

Daher sollte die Pause nach einem Training  48 Stunden sein. Diese Pause  könnte so aussehen, dass  Ihr Pferd nur einen Weidetag hat  oder dass sie eine gemütliche Runde ins Gelände reiten, an der Hand spazieren gehen, etc.

Wichtig ist während des Trainings auf Anzeichen der Überforderung zu achten. Equikinetic® ist nicht zu unterschätzen. Die ständige Konzentration und unter Spannung die Muskulatur zu arbeiten, fordert das Pferd ungemein. Anzeichen der Überforderung können sein:  das Pferd verwirft sich, läuft mit der Nase im Sand, stolpert häufig, etc. Bei diesem Zeichen sollte man die Einheit beenden. Zu Anfang kann das Pferd  auch Muskelkater bekommen.

Equikinetic® ist für jedes Pferd sinnvoll. Für das junge  ungerittene Pferd, um Muskulatur aufzubauen, um es so auf das Reiten vorzubereiten. Für das Rehapferd, welches dringend Muskulatur benötigt, um vollständig zu genesen. Alte Pferde werden geistig und körperlich fit gehalten. Sportpferde profitieren genauso wie das Freizeitpferd, womit  wir wieder bei der Ausbildungsskala wären:

Abwechslungsreiches Training motiviert das Pferd.

Ich könnte noch seitenweise über die Equikinetic® schreiben. Aber ich hoffe, ich konnte Ihnen die Vorteile dieses Trainings etwas näher bringen. Außerdem ergänzt es wundervoll die Winterarbeit und kann neben dem eigentlichen Training hervorragend für Abwechslung sorgen. Vergessen sie nur nicht die Pausen.

Haben Sie Fragen, sprechen Sie mich gerne an!

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